goodbye & good luck – das schauspielstudio wird in die (theater)welt entlassen

Aus Studenten werden Absolventen … verrückt, wie schnell zwei Jahre am Studio des Schauspiel Leipzig immer vergehen! Gefühlt sind Lara, Stefanie, Hannah, Andreas, Brian, Loris und Erik gerade erst eingezogen in die „Ecke Bosestraße“, letzten Samstag luden sie nun schon zur letzten WG-Party in die Baustelle.

Macht et joot ... Das Schauspielstudio beim Abschlussvorspiel © Rolf Arnold

Macht et joot … Das Schauspielstudio beim Abschlussvorspiel © Rolf Arnold

Wir gucken etwas wehmütig zurück und erinnern uns an die erfolgreiche Studioinszenierung „Eigentlich schön“ (eingeladen zum Theatertreffen deutschsprachiger Schauspielstudierender 2015), an sehr feine Szenenvorspiele, an einen entzückenden Zwergnase und an das launig-frische Baustellen-Format. Wir hätten die sieben sehr gern noch sehr viel öfter in sehr viel mehr Inszenierungen am Haus gesehen und sind ein bisschen traurig und vor allem verwundert, warum gerade dieses energiegeladene Studio so wenig hat spielen dürfen …

Nun aber geht’s zügig in die Theaterwelt und während Erik Born hier noch im Bunbury auf der Sommerbühne steht (und den Mitspielern die Show stiehlt), probieren Andreas Dyszewski und Brian Völkner, die ins Ensemble übernommen werden, schon für die ersten Herbstpremieren. Stefanie Schwab hat am Theater Lüneburg im September ihre erste Nach-Hochschul-Premiere, Lara Waldow probt für Romeo und Julia am Theater in Bonn und wenn man ab Herbst Loris Kubeng spielen sehen möchte, muss man ans Staatsschauspiel Dresden fahren.

Es war schön mit euch – wir wünschen ganz viel Freude, Mut und Kraft und immer ein neugieriges Publikum. Good bye & good luck!

 

die skala ist tot, es lebe die skala

Totgesagte leben länger: Nachdem das Ende schon besiegelt schien, mahlen die Mühlen der Stadt tasächlich auch im Fall der Skala in der Gottschedstraße so langsam, wie anderswo auch. Zum Glück. Denn so bleibt die Kneipe noch mindestens ein Jahr geöffnet für Schauspieler, Zugucker, Studenten, Schreiberlinge, Kabarettisten und alle anderen, die kein zu Hause haben.

Der Kreuzer veröffentlicht zur Feier des Tages sein feines Interview aus dem März mit Skala-Wirtuosen Jens Nitzschner jetzt auch online. Also dann: » Saugt doch mal am Bier, ihr Nüsse!

 

 

volksbühnenbesuch: martin wuttke und birgit minichmayr in castorfs „judith“

Eine Castorf-Premiere jagt die andere. In den nachtkritik-Charts steht zwar immer noch Sebastian Hartmanns „Berlin-Alexanderplatz“ auf Platz eins, nun aber dicht gefolgt von Castorfs neuester Tat an der Volksbühne: „Die Kabale der Scheinheiligen. Das Leben des Herrn Moliere“. Doch reihesiebenmitte kann leider nicht bei jeder Premiere dabei sein und muss nun erst einmal eine Betrachtung zur vorletzten Castorf-Produktion an der Volksbühne nachholen.

Zu Jahresbeginn hatte „Judith“ Premiere, ein Drama aus dem 19. Jahrhundert von Friedrich Hebbel und damit schon etwas Besonderes für den in letzter Zeit vor allem auf Romanvorlagen spezialisierten Regisseur. Die Kritiken waren im Januar sehr widersprüchlich. Während man zum einen lesen konnte, diesmal hätte Castorf zur Pause Schluss machen sollen, schrieben andere, dass man in der zweiten Hälfte für das Ertragen der ersten belohnt worden wäre. Da bleibt dem Theaterfreund nichts anderes übrig, als selbst nach Berlin zu fahren, um sich ein eigenes Urteil bilden zu können.

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