schräge trauerfeier für die welt, wie sie ist – aufstieg und fall der stadt mahagonny an der oper halle

Vor einiger Zeit habe ich hier bereits über den Auftritt von Clemens Meyer an der Oper Halle berichtet. Nun habe ich dort auch eine Opernaufführung besucht. Zu Beginn der Spielzeit lautete das Motto der Oper Halle „Alles brennt“. Für die zweite Spielzeithälfte hat man sich etwas Neues einfallen lassen: „Trauern und träumen: Kapitalismus inszenieren heute.“

Michael von zur Mühlen, der auch dem Leipziger Opernpublikum bekannt sein dürfte, ist jetzt hier Chefdramaturg und hat „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ inszeniert – sehr passend zum Thema „Kapitalismus inszenieren“. Wegen ihrer Gesellschaftskritik wurde die Uraufführung der Oper 1930 in Leipzig durch pöbelnde Nazis gestört. Schaut man sich den Text genauer an, findet man durchaus auch heute noch einen Gegenwartsbezug. Sprüche wie „Für die Freiheit der reichen Leute!“ könnten vom neuen Präsidenten der USA stammen. Aber der Regie ist nicht an solcher Aktualisierung gelegen, viel wichtiger sind die Worte trauern und träumen.

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wer bin ich und wenn ja, wie viele?
philipp preuss‘ peer gynt am schauspiel leipzig

Wenn der Regisseur schon am Beginn des Abend frisch-frech mit dem Schlussapplaus spielt, muss er sich die Jubel-Lorbeeren hernach um so mehr verdienen. Und das tut er. Philipp Preuss‘ zweieinhalbstündiger Peer Gynt ist schaumgeborenes, schwarz-weiß-heiß-magisches Seelentheater. Hin und weg wir sind.

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die bude fällt sowieso bald auseinander – zwischenlese: castorfs solness an der volksbühne

Das Stück wäre durchaus geeignet, um die Bilanz einer mehr als 20jährigen Intendanz zu ziehen. So richtig ernst hat der Regisseur diese Idee aber nicht genommen. Viele der Anspielungen auf die Situation der Volksbühne dürften erst nach der Premiere hinzugekommen zu sein, denn im Mai 2014 ahnte noch niemand, dass die Ära Castorf 2017 endet. Da dem aber wohl so ist … fix nochmal nach Berlin!

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