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der nackte wahnsinn

Der aktuelle Theater-„Wahnsinn“ hat unserem Autor Thomas Pannicke keine Ruhe gelassen, gingen doch die Meinungen zu Centraltheater-Inszenierungen lange nicht mehr so weit auseinander wie an und zu diesem Premierenabend. Wir veröffentlichen gern seine bereichernden Gedanken zu Stück und Aufführung, Schauspieler und Rolle, Shakespeare und Hartmann.

Thomas Pannicke | Vermischte Gedanken zu „Nackter Wahnsinn – Was ihr wollt“

Als Shakespeareaner und bekennender Kruse-Fan war ich sehr erfreut, dass Jürgen Kruse „Was ihr wollt“ inszenieren sollte. Als dann Anfang Oktober die Nachricht kam, dass Sebastian Hartmann die Regie übernimmt, dürfte jedem halbwegs Theaterinteressierten klar gewesen sein, dass es sich nicht um eine Fortsetzung der Kruse-Arbeit handeln wird. Hartmann übernahm das Bühnenbild, der Kreis der Darsteller wurde erweitert – etwas Neues war im Entstehen. Das nur als Bemerkung an diejenigen, die noch darüber nachdenken, wie viel Kruse in diesem Abend steckt. In den Kritiken wird auch darauf hingewiesen, dass möglicherweise im Publikum Zuschauer saßen, die sich einen Shakespeare-Abend erhofft hatten. Allerdings war die Etikettierung des Abends (man blicke auf die Plakate oder das Programmheft) nun so eindeutig, dass von Etikettenschwindel keine Rede sein kann.

Nackter Wahnsinn - Was ihr wollt. (c) Rolf Arnold / Centraltheater
Die Eröffnung | Nackter Wahnsinn - Was ihr wollt. (c) Rolf Arnold / Centraltheater

WAS IHR WOLLT – MELANCHOLIE UND KLAMAUK

Nun ist „Was ihr wollt“ eine der häufig gespielten Shakespeare-Komödien und war auch am Leipziger Schauspiel erst vor sechs Jahren zu sehen. Ich habe etliche Inszenierungen gesehen, manche betonten eher die komisch-klamaukige Seite des Stücks, andere die Melancholie, die ihm innewohnt.

liebe … da die zahl ihrer farben und formen unendlich ist, sind auch die kombinationen sie auszudrücken unendlich…

Am 26.10.2011 war Janine Kreß, die 1969 in Zwickau geborene Schauspielerin zu Besuch des Stammtisch Late Night Special. Sie kommt, eine offene Wärme verströmend, tastend ins Gespräch, erzählt prägnant.
Zu Zwickau sagt sie nur, dass dort Robert Schumann geboren wurde und liefert so den aus Distanz gewonnen Kommentar zum kleinstädtischen Milieu gleich mit.

Janine Kreß und Peter René Lüdicke in PENSION SCHÖLLER. Photo: Rolf Arnold / CT
Janine Kreß und Peter René Lüdicke in PENSION SCHÖLLER. Photo: Rolf Arnold / CT

1989 kommt sie über eine Freundin nach Leipzig, findet den Weg zur Bühne