aus der höhle vor der stadt in die wildeweitewelt

Melanie Schmidli, 1982 in Basel geboren und seit 2008 am Centraltheater, war am 06.02. zu Gast beim Stammtisch Late Night Special. Direkt nach der Vorstellung kommt sie, läßt sich bei einem Glas Ingwertee nieder und erfreut die versammelte Runde mit ihrer ungemein sympathischen Präsenz. Das sie Schauspielerin werden würde war ihr schon mit 16 Jahren bewußt. Vier Jahre im Jugendclubtheater Basel, die ihr eine Erfahrung von „liebevoll wild an die Grenze gehen ermöglichte“, zementierte ihren Entschluß. Schnell baut sie noch ihr Abitur, um dann an der Uni der Künste Berlin ihr Schauspielstudium zu absolvieren.

Melanie Schmidli. Foto: privat.

Am Theater der Regiestudenten lernt sie Johannes Schmit kennen, doch zunächst führt sie ihr Weg noch über das Hans Otto Theater Potsdam zum Schauspiel Hannover. Dort spielt sie unter der Regie von Jürgen Gosch in Wie es euch gefällt. 2007/2008 ist sie beim Berliner Ensemble, um dann mit der ersten Spielsaison ihr Engagement am Centraltheater zu beginnen. In der Skala spielt sie in vielen Stücken, unter anderem in Der Mann ohne Vergangenheit, Juli, unter der Regie von Johannes Schmit in Die Höhle vor der Stadt…. Sie gestaltet ihre Figur Johanna mit einer gut dosierten Mischung an Intellektualität, Leichtigkeit, Naivität und zeichnet mit Melancholie das Psychogramm einer ambitionierten und doch schon verlorenen Generation.

In dem Stück Im Pelz gelingt ihr mühelose der Geschlechtertausch. Beeindruckend ihr Spiel in Deutschland tanzt nicht. Eine weitere Facette zeigt sie in der großen Sylvesterrevue 2010, in der sie Liza Minelli mit Mein Herr imitiert und das mit durchschlagendem Erfolg.
In der WildenWeitenWelt Show dehnt sie in ihrer Figur das Klischee des Schweizerischen gekonnt bis kurz vor die Schmerzgrenze und wird damit zum heimlichen Top Act des Grebe-Abends.

Melanie trinkt noch ihr zweites Glas Tee und plaudert entspannt mit der Runde. Wenn man ihr so zu hört, gewinnt man den Eindruck, da häutet sich Eine und ist auf der Suche, ist sich noch nicht hundertprozentig sicher, welche ihrer vielen Facetten sie wie weiter entwickelt.

Eins ist sicher: Man trifft sich immer zweimal im Leben. Bei Melanie Schmidli darf man sehr gespannt sein wo dies sein wird.