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tolstoi und dostojewski auf den gleisen der russischen geschichte

Centraltheaterfreunde haben ihn sicher noch in guter Erinnerung: Johannes Kirsten, von 2008 bis 2013 Dramaturg für viele Produktionen vor allem in der Skala, aber auch auf der großen Bühne. Anschließend war er am Schauspiel Hannover tätig und ist nun am Berliner Gorki-Theater. Die erste Produktion, die er dort betreute, stammt von Regisseur Oliver Frjlić. Unter dem Titel „Anna Karenina oder Arme Leute“ wird Tolstois bekannter Roman mit Dostojewskis Erstling gekreuzt.

zweimal shakespeare magisch und figürlich im westflügel

Zu den Orten, die nur selten im Fokus der Öffentlichkeit stehen, an denen aber die Magie des Theaters immer wieder erlebt werden kann, gehört der Lindenfels Westflügel. Im Januar bot sich dort die Gelegenheit, zwei Produktionen des Figurentheaters Wilde & Vogel zu erleben, die schon seit einiger Zeit im Repertoire sind. Es sind zwei Inszenierungen, die auf Stücken von Shakespeare beruhen, mit diesen Texten aber auf eine ganz eigene Art umgehen.

große oper: konwitschny mit müller & dessau in thüringen

Für Leipziger Opernfreundinnen und Opernfreunde gab es 2019 gute Gelegenheit, Inszenierungen von Peter Konwitschny im Bühnenbild von Helmut Brade zu sehen, ohne weit reisen zu müssen. Bei den Händelfestspielen in Halle hatte Händels „Julius Cäsar in Ägypten“ Premiere – eine sehr sehenswerte Arbeit, die weiterhin im Spielplan der Oper Halle steht. Der eigentliche Knüller aber ereignete sich in Thüringen. In einer Koproduktion der Theater Weimar und Erfurt kam Paul Dessaus „Lanzelot“ auf die Bühne, ein Werk, das 1969 uraufgeführt wurde, seit 1972 aber nicht mehr zu sehen war.

premierenfreud, premierenleid und ein sezuan in der muppetshow

Premieren sind die Höhepunkte im Theaterleben. Die Spannung, was das Zusammentreffen von Regisseur, Schauspielern und Text auf der Bühne ergibt, lockt die Zuschauer an. Leider waren im Schauspiel Leipzig die Möglichkeiten, eine solche Premiere auf der großen Bühne zu erleben, in dieser Spielzeit noch recht begrenzt. Nach dem großen Theaterfest Ende August dauerte es bis zum 3. Oktober bis zur ersten großen Premiere. Dann folgte recht schnell das diesjährige Weihnachtsmärchen. Gerade noch rechtzeitig, wenn man bedenkt, dass die Lebkuchen schon seit September in den Geschäften liegen. Am 23. November kam nun die dritte Premiere der Spielzeit auf die große Bühne. Aber Quantität ist keine künstlerische Kategorie – was also gab es zu sehen?

nachklapp | cristiana morganti auf der schauspielbühne

Die 29. Ausgabe der euro-scene bot wie gewohnt eine interessante Mischung von Gastspielen aus verschiedenen europäischen Ländern im Bereich Tanz und modernes Theater. Einer der Höhepunkte aus meiner Sicht war dabei das Gastspiel der italienischen Tänzerin Cristiana Morganti.

viel mehr als nur illustration: die abenteuer des wohl bekanntesten insulaners

An vielen Theatern werden Romane auf die Bühne gebracht. Auch die Seebühne Hiddensee hat sich diesem Trend angeschlossen und passenderweise den klassischen Inselroman gewählt: Robinson Crusoe. Wieder einmal ist ein typischer Seebühnen-Abend für einen Schauspieler (Karl Huck) und viele Puppen entstanden, der eine bekannte Geschichte neu interpretiert.

wenn nur die menschen besser wärn – kühnel und kuttner mit heiner müller am dt

Liest oder hört man heute Interviews von Heiner Müller aus den 90er Jahren, so ist man verblüfft, weil seine Worte oft aktuell oder sogar prophetisch sind. Welche Wirkung können hingegen Müllers frühe Werke heute noch entfalten? Vielleicht hat man sich diese Frage am Deutschen Theater in Berlin gestellt und deshalb das Regieduo Tom Kühnel und Jürgen Kuttner mit der Inszenierung von Müllers „Umsiedlerin“ beauftragt.