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bergab ins ewige leben!
eine abschiedsrede für die skala

Hier, in der Höhle vor der Stadt, servierte man anfangs einer handvoll Zuschauer eher schwer verdauliche Blut und Bananen-Kost. Hier lud René Pollesch ins Kolonialhotel, die Cocka Hola Company ließ es Liebesperlen regnen und die Nerds feierten ihre Nächte. Und nun fällt hier, wo sich gen Ende der aus dem Kellerloch befreite Mensch des 19. Jahrhunderts pfeifend bergab ins ewige Leben spielte, der vorerst letzte Vorhang.

buchmesse 2012
diese centralspieler lesen uns vor

Am 15. März beginnt die Leipziger Buchmesse. Das aktuelle Webbanner des Lesefestes Leipzig liest zieren passenderweise (Theater)Autor, Talkmaster und ct-Stammtisch Ehrenmitglied Clemens Meyer und Theaterstammgast Werner Mattke. Unter den mehr als 2600 Veranstaltungen haben wir auch eine Handvoll mit centraler Beteiligung entdeckt und wünschen viel Spaß beim Zuhören.

centraltheater goes recklinghausen

Hartmann und Laberenz bei den Ruhrfestspielen 2012

Nach der Einladung der Centraltheater-Inszenierung PARIS, TEXAS im letzten Jahr gibt es in diesem Jahr gleich zwei Koproduktionen von Ruhrfestspielen und Centraltheater:

Sebastian Hartmann inszeniert Tolstois monumentales Epos KRIEG UND FRIEDEN, Premiere ist am 10. Mai 2012. Die Bühne entsteht in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Maler Tilo Baumgärtel, für die Musik sorgt dieses Mal nicht Steve Binetti, sondern Sascha Ring (Apparat).

Das gemeinsame Projekt von Wolfram Lotz und Martin Laberenz mit dem Arbeitstitel ZERSCHOSSENE TRÄUME hat am 1. Juni Premiere. Autor und Regisseur suchen im gegenseitigen Überschreiben eine Radikalisierung der jeweils eigenen Haltung – das Stück selbst entsteht erst während der Proben.

der nackte wahnsinn

Der aktuelle Theater-„Wahnsinn“ hat unserem Autor Thomas Pannicke keine Ruhe gelassen, gingen doch die Meinungen zu Centraltheater-Inszenierungen lange nicht mehr so weit auseinander wie an und zu diesem Premierenabend. Wir veröffentlichen gern seine bereichernden Gedanken zu Stück und Aufführung, Schauspieler und Rolle, Shakespeare und Hartmann.

Thomas Pannicke | Vermischte Gedanken zu „Nackter Wahnsinn – Was ihr wollt“

Als Shakespeareaner und bekennender Kruse-Fan war ich sehr erfreut, dass Jürgen Kruse „Was ihr wollt“ inszenieren sollte. Als dann Anfang Oktober die Nachricht kam, dass Sebastian Hartmann die Regie übernimmt, dürfte jedem halbwegs Theaterinteressierten klar gewesen sein, dass es sich nicht um eine Fortsetzung der Kruse-Arbeit handeln wird. Hartmann übernahm das Bühnenbild, der Kreis der Darsteller wurde erweitert – etwas Neues war im Entstehen. Das nur als Bemerkung an diejenigen, die noch darüber nachdenken, wie viel Kruse in diesem Abend steckt. In den Kritiken wird auch darauf hingewiesen, dass möglicherweise im Publikum Zuschauer saßen, die sich einen Shakespeare-Abend erhofft hatten. Allerdings war die Etikettierung des Abends (man blicke auf die Plakate oder das Programmheft) nun so eindeutig, dass von Etikettenschwindel keine Rede sein kann.

Nackter Wahnsinn - Was ihr wollt. (c) Rolf Arnold / Centraltheater
Die Eröffnung | Nackter Wahnsinn - Was ihr wollt. (c) Rolf Arnold / Centraltheater

WAS IHR WOLLT – MELANCHOLIE UND KLAMAUK

Nun ist „Was ihr wollt“ eine der häufig gespielten Shakespeare-Komödien und war auch am Leipziger Schauspiel erst vor sechs Jahren zu sehen. Ich habe etliche Inszenierungen gesehen, manche betonten eher die komisch-klamaukige Seite des Stücks, andere die Melancholie, die ihm innewohnt.

liebe … da die zahl ihrer farben und formen unendlich ist, sind auch die kombinationen sie auszudrücken unendlich…

Am 26.10.2011 war Janine Kreß, die 1969 in Zwickau geborene Schauspielerin zu Besuch des Stammtisch Late Night Special. Sie kommt, eine offene Wärme verströmend, tastend ins Gespräch, erzählt prägnant.
Zu Zwickau sagt sie nur, dass dort Robert Schumann geboren wurde und liefert so den aus Distanz gewonnen Kommentar zum kleinstädtischen Milieu gleich mit.

Janine Kreß und Peter René Lüdicke in PENSION SCHÖLLER. Photo: Rolf Arnold / CT
Janine Kreß und Peter René Lüdicke in PENSION SCHÖLLER. Photo: Rolf Arnold / CT

1989 kommt sie über eine Freundin nach Leipzig, findet den Weg zur Bühne