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nüscht und alles und alles und nüscht – sebi hartmanns revisor am schauspiel frankfurt

Irgendwie staunt man ja jedesmal aufs Neue, wie der Hartmann es schafft, sich mit einer Überdosis des schönsten Klamauks inklusive selbstreferentieller Ironisierung dem Geschichten-Erzählen konsequent zu verweigern, um dann trotzalledem oder genaudeswegen mitten in des Stückes Kern punktzulanden und damit auch noch so manchen wunden Punkt zu treffen. So auch am letzten Samstag am Schauspiel Frankfurt.

sind wir nicht alle ein bisschen das volk?

Keine große Theaterkunst, aber packendes, aktuelles Theater, das Probleme offen auf die Bühne bringt. Mutig, ambitioniert, manchmal vielleicht etwas zu laut, aber draußen auf der Straße geht auch nicht leise zu – da muss man den Mut haben, auch auf der Bühne laut zu sein. Volker Lösch und der Dresdner Bürgerchor haben den Mut und Thomas Pannicke hat’s für uns gesehen und empfiehlt genaues Zuhören.

sehen sie – der mensch!
woyzeck in den cammerspielen

Eine Komödie, behauptet der Untertitel. Und eine grausame ist das, was Hauptmann, Doktor und Marie hier mit ihrem Woyzeck treiben. In der ausverkauften Nato hatte vergangene Woche Büchners Fragment in einer neuen Bühnenfassung der Cammerspiele Premiere – wir haben uns auf den Menschenversuch eingelassen.

nordkurve #10
es gibt jetzt salat! ayad akhtars „geächtet“ am deutschen schauspielhaus

Im FAQ-Room geht das Deutsche Schauspielhaus Hamburg mit verschiedenen Veranstaltungen den „frequently asked questions der Gegenwart“ nach. Nummer vier dieser Reihe hatte vergangenen Samstag Premiere – die deutschsprachige Erstaufführung von Ayad Akhtars Erfolgsstück „Disgraced“, hierzulande „Geächtet“ genannt. Regie führte Klaus Schumacher, Leiter des Jungen Schauspielhauses im bereits zehnten Jubiläumsjahr. Wir haben uns die zweite Vorstellung angeschaut.