der 2. tod der skala: letzter vorhang auf!

Heute beginnt der Reigen, der wieder mit dem Tod der Skala enden wird: Im letzten Jahr wurde die Spielstätte schon einmal geschlossen – damals nur vorübergehend, jetzt ist Ende Februar Ende. Handelt es sich nun um das endgültige Aus für die kleine Bühne, die schon Kammerspiele und Neue Szene war, bevor sie zur Skala wurde? Herr Lübbe weiß uns bestimmt bald mehr zu sagen.

Im Januar haben die großen Produktionen auf der Centraltheaterbühne ihre Dernieren gefeiert, nun steht den Skala-Inszenierungen dieses Schicksal bevor. Wobei – das Skala-Äquivalent zur Premiere hieß ja immer schon „Start“. Dann ist eigentlich nur recht und billig – und abgesehen davon auch ein schönes Bild – dass Zerschossene Träume, HungerDroge Faust & Co.  statt die Derniere zu feiern jetzt schlussendlich: ins Ziel kommen:

Eins

Los geht es heute mit dem Lotz-Stück Zerschossene Träume in der Regie von Martin Laberenz. Letzte Chance Günther Harder als Lindsay Lohan zu erleben und eine Schauspielerin noch einmal hier spielen zu sehen, die 2008 beim Start der Intendanz Hartmann mit von der Partie war und schon damals mit Martin Laberenz arbeitete: Sarah Sandeh.

Zerschossene Träume. © Reiner Kruse

So 03.02. 20.00 Zerschossene Träume (AT)

Zwei

Nach der Premiere der Studioinszenierung (Der große Marsch) folgt der nächste ‚Zieleinlauf‘ am 13.2.:  Andrej Kaminskys sogenannte Lecture Perfomance Hilbig lesen I / Alte Abdeckerei macht Lust, diesen Autor für sich zu entdecken. Flora Pulina vom Schauspielstudio singt dazu Lieder von Gundermann.

Hilbig lesen 1/Alte Abdeckerei © Rolf Arnold

Mi 13.02. 20.00 Hilbig lesen #1/Alte Abdeckerei

Drei

Einen Tag später kommt Wir sind nicht das Ende letztmalig auf die Bühne. Den Text von Carsten Brandau hat Manuel Harder ursprünglich in Dortmund in einem Container inszeniert, im Dezember 2011 kam er in neuer Fassung auf die Skala-Bühne. Günther Harder als einer der Terrorpiloten des 11. September, Birgit Unterweger als ihn liebende Frau und der Zuschauer ist hautnah dabei – ein Kammerspiel mit beklemmender Wirkung.

Wir sind nicht das Ende © Rolf Arnold

Do 14.02. 20.00 Wir sind nicht das Ende

Vier

Am 16.2. die nächste Derniere für eine Martin-Laberenz-Inszenierung: In einer Bühnenfassung der Dostojewski- Erzählung Aufzeichnungen aus dem Kellerloch wird dem Publikum ein Repräsentant der jüngst veflossenen Vergangenheit vor Augen geführt. Ein ebenso tiefsinniger wie amüsanter Abend – ein letztes Mal wird der Comer See beschworen, Donna Clara besungen, wird ein nackter Kaffee ausgegangen sein und es wird zum letzten Mal an sieben Rubeln fehlen …

Aufzeichnungen aus dem Kellerloch © Rolf Arnold

Sa 16.02. 20.00 Aufzeichnungen aus dem Kellerloch

Fünf

Drei Tage später Günther Harders Solo-Abend Willkommen im ewigen Leben – eine Zusammenstellung von provokanten und bitterbösen Texten aus Romanen von Michel Houellebecq. Das Publikum sitzt in Kneipenatmosphäre an Tischen, Bier allerdings gibt es nur für Günther …

Willkommen im ewigen Leben  © Rolf Arnold

Di 19.02. 20.00 Willkommen im ewigen Leben

Sechs

Nach seinen Auftritten als Jason (in Medea) und Isak Jacobi (in Fanny und Alexander) hat Wolfgang Maria Bauer in Leipzig auch Regie geführt. Preparadise sorry now ist ein Stück von Rainer Werner Fassbinder über die Serienmörder Ian Brady und Myra Hindley. Das Publikum ist zum Teil schon beim Einlass irritiert, da Männer und Frauen in getrennten Sitzblöcken nehmen sollen. Letztmalig zu sehen am 20.2.

Preparadise sorry now © Rolf Arnold

Mi 20.02. 20.00 Preparadise sorry now

Sieben

Am Tag danach noch einmal Faust. Keine Angst, liebe Zeitungsleser, nicht die stets gut besuchte und kürzlich zur Derniere vom Publikum bejubelte Inszenierung mein faust, die es sogar auf die Titelseite von Theater heute geschafft hat, im Leipziger Feuilleton aber gnadenlos verrissen wurde. Nein, jetzt die Koproduktion mit dem Gorki-Theater: Droge Faust von Armin Petras. Ursprünglich als Bühnenfassung von Einar Schleefs Essay Droge Faust Parsifal angekündigt, sprechen Anja Schneider, Thomas Lawinky und Berndt Stübner doch viel Goethe-Text.

Droge Faust © Rolf Arnold

Do 21.02. 20.00 Droge Faust

Acht

Die Inszenierung 21 Tage hat erst im Januar Premiere gefeiert und muss sich nun schon wieder verabschieden. Basierend auf einem Text von Dov Dorozkhin hat Manuel Harder diesen Abend  über den Krieg aus der Sicht des Heimkehrenden irgendwo zwischen poetisch und dokumentarisch inszeniert.

21 Tage  © Rolf Arnold

So 24.02. 20.00 21 Tage

Neun

Auch beim Herz der Finsternis liegen nur knapp drei Monate zwischen Premiere und Finis. Am 26.2. gibt es die letzte Chance, Alexander Eisenachs Mischung aus Joseph Conrad, Apocalypse Now und Leni Riefenstahl zu erleben und Andreas Keller bei einem kannibalischen Mahl zuzuschauen.

Herz der Finsternis © Rolf Arnold

Di 26.02. 20.00 Herz der Finsternis

Zehn

Nicht wasserscheu darf man am Tag danach sein, wenn sich Max Brauer und Edgar Eckert ein letztes Mal im strömenden Dauerregen vom Hamsunschen Hunger zu einem Abend inspirieren lassen, an dem nicht nur kein Auge trocken bleibt.

Hunger © Rolf Arnold

Mi 27.02. 20.00 Hunger

Elf

Der Februar verabschiedet sich mit Dostojewskis Schuld und Sühne. Rodion Raskolnikow begegnet dem Zuschauer in Martin Laberenz‘ Inszenierung mit Manolo Berling, Edgar Eckert und Sebastian Grünewald gleich in dreifacher Form. In mehrfacher Hinsicht eine gelungene Fortsetzung der erfolgreichen Kellerloch-Inszenierung.

Schuld und Sühne  © Rolf Arnold

Do 28.02. 20.00 Schuld und Sühne