im fasching ist alles möglich

Träumen wir, dass das Traurige komisch und das Böse nicht böse ist, wenn du  es umarmst wie mich.

Felix Golub überlebt das Kriegsende im Dienstmädchenkostüm. Der Deserteur wird von Miederfabrikantin Vittoria gerettet und zu ihrem Liebhaber gemacht. Er verliebt sich in eine Kriegsgefangene, muss sich der Avancen des Ortskommandanten erwehren, rettet letztendlich das Dorf vor der Zerstörung und wird zum Dank dafür bei den Russen angeschwärzt. Als er Jahre später aus der Gefangenschaft zurückkehrt, gipfeln Schuld, Verachtung, Hohn, Hass und Begehren in einem immer grotesker werdenden Fasching, an dessen Ende Felix erneut gedemütigt in Frauenkleidern steckt.

Annett Sawallisch und Mathis Reinhardt als Hilga und Felix in FASCHING. Foto: Rolf Arnold.

Annett Sawallisch und Mathis Reinhardt in FASCHING. Foto: Rolf Arnold.

In einer aufgeladenen, atemlosen Prosa legt Gerhard Fritsch den Finger in die Wunde der Nachkriegsgesellschaft, entlarvt den Wandel der Nazis und Mitläufer zu aufrechten Demokraten als fratzenhafte Travestie, macht es einem dabei aber nie zu leicht, seine abgründige Personage und ihre verborgenen Motivationen in Täter und Opfer zu sortieren.

Eva Lange, die auch Regie führt und Matthias Huber haben den sprachgewaltigen Roman für die Bühne bearbeitet. Neben Mathis Reinhardt spielen Henriette Cejpek, Annett Sawallisch, Thilo Krügel, Hartmut Neuber, Sina Martens und Klara Deutschmann. Wir drücken die Daumen und wünschen euch eine tolle Premiere!


» Fasching. Nach dem Roman von Gerhard Fritsch.
Premiere am Samstag, 3. Mai, 19.30 Uhr, Hinterbühne
Nächste Vorstellungen: 9., 14. und 30. Mai und am 13. und 26. Juni, jeweils 19:30 Uhr, Hinterbühne.