kleist-preis für lukas linders mann aus oklahoma

Mann aus der Schweiz gewinnt mit „Mann aus Oklahoma“ titelte RBB online sprachgewitzt und wir können fortsetzen: und wird vom Schauspiel Leipzig uraufgeführt und zwar im Juni bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen.

Lukas Linder © Hartmann und Stauffacher Verlag

Lukas Linder © Hartmann und Stauffacher Verlag

Ulrike Syha hat einen, Marius von Mayenburg hat einen und Wolfram Lotz hat einen: Schon zum 20. Male verleihen die Stadt und das Kleist Forum Frankfurt (Oder) und die Ruhrfestspiele Recklinghausen den Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker. In diesem Jahr erhält die Auszeichnung Lukas Linder für sein Stück „Der Mann aus Oklahoma“, einer ebenso sprachwitzig-virtousen wie grotesk-traurigen Sohn-sucht-Vater-und-das-Leben-Geschichte. Der Mann aus der Schweiz ist dem Leipziger Publikum schon bekannt durch sein gerade hier uraufgeführtes Die zweieinhalb Leben des Heinrich Walter Nichts.

Ray, wo gehst du hin? Ins Leben. Schätze ich.

„In atemberaubendem Tempo beschreibt Lukas Linder, teilweise mit comichaften Motiven aus amerikanischen Kriminalromanen, Familienklischees, Idole und große Themen wie „Selbstfindung“ und „Orientierung“. Ihm gelingt der Spagat zwischen aberwitziger Groteske, emotionaler Tiefe und gesellschaftlicher Relevanz.“

Befindet die Kleistpreis-Jury und nach Lektüre befinden wir, da hat sie recht: Linders Hauptfigur treibt suchend durch die unerfreuliche Realität, sein Alter Ego behauptet sich recht cool in der Welt der Fantasie und immer wieder vermischt sich beides unversehens. Die Figuren sind hübsch schräg, die Dialoge pointiert. Das alles ist eher aberwitzig-schräg als abgründig-tief, aber um Fallhöhe und Abgründe kann sich ja die Uraufführung kümmern. Inszenieren wird die Marc Lunghuß, auch er kein Unbekannter in der Stadt. Neben den Theatern in Bochum, Chemnitz, Konstanz, Frankfurt und Stuttgart hat er nämlich auch schon am Schauspiel Leipzig gearbeitet: 2007 in der Neuen Szene das Irak-Kriegsheimkehrerstück Motortown – unter anderem mit Martin Reik und Till Wonka.


Premiere: 9. Juni 2015 / Ruhrfestspiele Recklinghausen
Leipzig-Premiere: Oktober 2015