lesen und lesen lassen – die buchmesse aus schauspiel-perspektive

Am 13. März beginnt die Leipziger Buchmesse und mit ihr das Lesefest Leipzig liest in der ganzen Stadt. An einigen der über 3000 Veranstaltungen sind Künstler beteiligt, die mit dem Schauspiel verbunden sind oder waren – wir wissen, wer, wo und wann:

Leipzig liest 2014

Im Schauspiel

Wer hat’s erfunden? Am Samstag, dem 8. März gibt es im Schauspiel Leipzig das große Eröffnungsfest » Auftritt Schweiz mit Kinderkonzert, Geschichten, Taschenmesserwerken, der Mundartband Stiller Has und einer szenischen Lesung des Stückes «Findlinge» von Schauspieler, Autor und Musiker Daniel Mezger – mit Ensemblemitgliedern:

Eine düstere, schräge, lakonische Liebesgeschichte. Ein kleiner Tankstellenshop irgendwo im Norden. Wintereinbruch. Die meisten haben das abgelegene Dorf verlassen. Da taucht ein junger Mann auf, ein Findling, den niemand kennt …

Samstag, 8. März ab 15 Uhr, Schauspielhaus, Eintritt frei

Am Buchmessenfreitag (14. März) heißt es von 18 Uhr bis Open End: » Read-O-Rama auf allen Bühnen des Schauspiels. Es erwartet euch u.a. die Living Library, das Wortart Ensemble, ein literarisches Speed-Dating, der Länder-Slam-Wettkampf zwischen Deutschland und der Schweiz, die Absinth-Bar und eine Ausgabe der Literaturshow Die grüne Wiese – enden wird der Abend in der Party der jungen Verlage.
Freitag, 14. März ab 18:00 Uhr, Schauspielhaus, Eintritt: 12,–/9,–. Eintritt allein für Party der jungen Verlage: 5,–

In der Stadt

Stallgespräche von Mäusen und Menschen, 2012. Foto: Rolf Arnold / Centraltheater

Stallgespräche von Mäusen und Menschen, 2012. Foto: Rolf Arnold / Centraltheater

Clemens Meyer: Stallgespräche
Keine Im Stein Lesung, sondern eine Fortsetzung der Kult-Reihe aus dem Centraltheater. Wo man inn den letzten Jahren unter anderem Mäusekenner, Boxer und Supermänner treffen konnte, lädt der Leipziger Autor Clemens Meyer nun zum Club der toten Dichter. Ein toter Dichter – so haben wir erfahren – soll Rolf-Dieter Brinkmann sein.
13. März  | 20:30 Baumwollspinnerei, Halle 18, Laden für Nichts

Manuel Harder: Der Besuch der alten Dame – oder für wie viel schlachten Sie den Nächsten ab?
Manuel Harders Inszenierung Wir sind nicht das Ende hat gerade in Berlin gastiert, er selbst spielt am Schauspiel Frankfurt unter anderem Borcherts » Kriegsheimkehrer Beckmann und probt für Karin Henkels Dogville (Premiere ist am 11. April). Zur Buchmesse bringt er zusammen mit Frank Braun, Ralf Donis Harder und Sebastian Krumbiegel eine musikalische Lese-Performance nach Dürrenmatt in die Alte Hauptpost.
13. und 15. März  | 22 Uhr in der alten Hauptpost, Tickets zu 10 Euro an der Abendkasse

Carolin Haupt in Borgmanns URFAUST am Mainzer Theater. (c) Bettina Müller

Carolin Haupt in Borgmanns URFAUST am Mainzer Theater. (c) Bettina Müller

Carolin Haupt: Vom Sehen und Leben
Als Studentin in Leipzig war sie unter anderem in Sascha Hawemanns Hamlet als sehr junge Königin von Dinne-Danne-Dännemark und in Jürgen Kruse Easy Rider zu sehen, zur Zeit spielt sie in Mainz im Urfaust – einer Inszenierung von Robert Borgmann. Zur Buchmesse liest Carolin Haupt aus den Tagebüchern der Malerin, Käthe-Kollwitz-Schülerin, Jüdin und Frauenrechtlerin Gertrude Sandmann.
15. März | 19 Uhr Frauenkultur e.V. in der Kulturfabrik Leipzig

Matthias Hummitzsch: Kurier der Erinnerung
Gemeinsam mit der Autorin Marta Kijowska liest Matthias Hummitzsch aus dem Buch Das Leben des Jan Karski, eines der wichigsten Zeugen des Holocaust.
14. März | 16 Uhr im Ariowitsch-Haus

Katrin Kaspar liest Sinnliches im LaLita. Foto: Simone Rebmann

Katrin Kaspar liest Sinnliches im LaLita. Foto: Simone Rebmann

Katrin Kaspar: Kostbarkeiten der erotischen Literatur
Im Schauspiel war Katrin Kaspar das Pariser Kätzchen in Der gestiefelte Kater und steht aktuell in der Studioinszenierung Der große Marsch auf der Bühne. Singend wird die Noch-Studentin im April auf der Baustelle zu erleben sein und lesend ist sie mit einem Reigen aus Sinnlichem, Frivolem und Anzüglichem auf orientalischen Kissen zu Gast im Massagestudio LaLita im Leipziger Waldstraßenviertel.
16. März | 19:30 Uhr im Massagestudio » LaLita. Eintritt 9 Euro inkl. Tee und Snacks

(c) Rolf Arnold

(c) Rolf Arnold

Dirk Lange: Extrem
Als Maceath der Leipziger Dreigroschenoper hat es Dirk Lange zu einiger lokaler Bekanntheit gebracht, wobei zumindest uns sein Wurm in Georg Schmiedleitners Kabale und Liebe deutlich besser gefällt: Der Schauspieler liest zusammen mit dem türkischen Kultautor Hakan Günday aus dessen aktuellem Roman Extrem –  einer Hymne auf die Literatur und die Liebe.

13. März | 21 Uhr Buchmesse International Spezial in der NaTo

Auf der Messe:

Artemis Chalkidou: Eine Nacht, Markowitz
Lesung aus Gundar-Goshens Roman, einem „psychologischen Meisterstück, lebendig und äußerst humorvoll erzählt.“
14. März | 11 und 14 Uhr Botschaft des Staates Israel Halle 4, D400

Peter-René Lüdicke
Hä? Wer Peter-René Lüdicke spielen sehen möchte, muss nach Stuttgart fahren. Dort steht er gerade in Martin Laberenz‘ Die Reise auf der Bühne. Am Stand der Botschaft des Staates Israel (Halle 4, D400) kann man den ehemaligen Centralspieler zumindest lesen hören: aus Spanische Barmherzigkeit von Abraham B. Jehoschua (14. März um 12 und 15 Uhr), aus Eine kurze Geschichte der Menschheit von Yuval Noah Harari (14. März um 14 Uhr und 15. März um 14 und 16 Uhr) und aus Ilan Gorens Wo bist Du, Motek? (15. März um 11 und 15 Uhr)