montag: baustelle offen für die geschlossene gesellschaft

… aber eine, zu der jeder kommen kann, so er denn eine Karte ergattert hat. Leo Skverer, dem Baustellen-Zuschauer bekannt durch Das Missverständnis und Fräulein Else, hat sich in seiner neuen Inszenierung (die Bezeichnung szenisches Projekt mag uns nicht recht gefallen und griff schon bei den erwähnten vorherigen Arbeiten zu kurz) Sartres Geschlossene Gesellschaft vorgenommen.

Geschlossene Gesellschaft © Rolf Arnold, Schauspiel Leipzig

Geschlossene Gesellschaft © Rolf Arnold, Schauspiel Leipzig

Halten Sie den Mund. Ich werde nicht schreien, ich werde nicht stöhnen, aber ich will der Situation ins Gesicht sehen. Ich will nicht von ihr überfallen werden, ohne daß ich sie hätte erkennen können. Blühende Phantasie? Also man hat nicht einmal das Bedürfnis nach Schlaf. Wozu auch schlafen, wenn man nicht müde ist? Großartig. Moment mal. Moment mal: Warum ist denn das so quälend? Warum ist denn das zwangsläufig so quälend? Ich hab’s: ein Leben ohne Unterbrechung.

Drei Fremde, die sich nach ihrem Tod in der Hölle begegnen. Inès, Estelle und Garcin machen sich auf das Schlimmste gefasst, keine Regeln sind ihnen genannt worden. Was in einer griechischen Tragödie das unvermeidbare Schicksal wäre ist hier die Beziehung zwischen diesen Menschen und ihrem Versuch, alles noch einmal durchzuspielen. Es spielen Pina Bergemann, Lisa Mies, Denis Petković und der Musiker Philipp Rohmer.

Nachdem die Premiere wegen einer Erkrankung zunächst verschoben werden musste, ist es am Montag, dem 18. Mai nun so weit. Und für die, die keine Karte haben, gibt es am 28. Juni eine zweite Gelegenheit.