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liebe … da die zahl ihrer farben und formen unendlich ist, sind auch die kombinationen sie auszudrücken unendlich…

Am 26.10.2011 war Janine Kreß, die 1969 in Zwickau geborene Schauspielerin zu Besuch des Stammtisch Late Night Special. Sie kommt, eine offene Wärme verströmend, tastend ins Gespräch, erzählt prägnant.
Zu Zwickau sagt sie nur, dass dort Robert Schumann geboren wurde und liefert so den aus Distanz gewonnen Kommentar zum kleinstädtischen Milieu gleich mit.

Janine Kreß und Peter René Lüdicke in PENSION SCHÖLLER. Photo: Rolf Arnold / CT
Janine Kreß und Peter René Lüdicke in PENSION SCHÖLLER. Photo: Rolf Arnold / CT

1989 kommt sie über eine Freundin nach Leipzig, findet den Weg zur Bühne

auswärtsspiel in berlin

In den Jahren der Intendanz von Sebastian Hartmann waren auf der Bühne des Centraltheaters zwei Schauspielerinnen in Gastrollen zu erleben, die man ansonsten von der Berliner Volksbühne her kennt: Sophie Rois (als Medea) und Kathrin Angerer (in “Der gute Mensch von Sezuan”). In Dostojewskis „Der Spieler“ kann man nun beide Damen gemeinsam in der Regie Frank Castorfs an der Volksbühne sehen. Mit Dostojewski feierte Castorf schon Ende der 90er Erfolge. Er inszenierte „Dämonen“, „Erniedrigte und Beleidigte“, „Der Idiot“ (mit Cordelia Wege) und „Schuld und Sühne“ – alles ausufernde, mehrstündige Inszenierungen, in denen ein sehenswertes Volksbühnen-Ensemble brillierte: Hübchen, Wuttke, Peschel, Rois, Angerer, Rieger, Fritsch, Schütz und und und…

wir sind nicht das ende

Manuel Harders Dortmunder Inszenierung im September in Wien

Carsten Brandaus Drama ist eine intensive Beziehungsrückschau nach einer wahren Begebenheit. Alles schien in Ordnung im Leben der jungen Frau. Bis ihr Mann am 11. September 2001 eines der vier Passagierflugzeuge entführt. Es bleiben Fragen: War ihre Liebe nur eine große Lüge? Was für ein Mensch ist sie, dass ein Mörder sie liebte? Hat er sie überhaupt geliebt? Oder hat sie diesen Mann gar nicht wirklich gekannt?

das andere salzburg

Garantiert nichts für Sensibelchen

Jedes Jahr im Sommer lockt Salzburg den Theaterfreund mit den Festspielen. In diesem Jahr steht u.a. eine Performance von SIGNA auf dem Programm. Da ich durch „Germania Song“ zum SIGNA-Junkie geworden bin, kann ich mir das nicht entgehen lassen. Also Salzburg. Eine schöne, eine zu schöne Stadt: zu hübsch, zu puppenstubenhaft, zu viele reiche und schöne Menschen (die meisten von ihnen sicher Touristen), zu sauber, zu viele barocke Kirchen, zu viel Mozart. Wenn ich nicht wegen der Festspiele dort gewesen wäre, wäre die Stadt sicher nicht unbedingt mein Ziel gewesen. Ursprünglich wollte ich nur wegen der SIGNA-Performance hinfahren, am Ende waren es dann doch drei „Stücke“ in zwei Tagen.

Seit einigen Jahren gibt es bei den Festspielen eine Reihe, die sich Young Director’s Project nennt. Nun ist es vielleicht etwas vermessen, SIGNA dort einzuordnen. Signa und Arthur Köstler und Thomas Bo Nilsson, die den künstlerischen Kopf von SIGNA bilden, sind seit Jahren in der Szene aktiv, also keineswegs die Newcomer, die es zu entdecken gilt. In Salzburg zeigen sie nun „Das ehemalige Haus“. Grundidee der Performance: Darstellung der Problematik Zwangsprostitution mit SIGNA-spezifischen Mitteln.

bald wird wieder gespielt

Endspurt für den theaterfreien Sommer, der größte Teil der – je nach Blickwinkel – Erholungspause oder Durststrecke ist überstanden. Am 29. August steht wahrscheinlich die erste Schlange der Saison vor der Theaterkasse, um eine der begehrten Schwarztaxi oder Centraltourist-Karten zu ergattern. Wir lesen schon einmal vorfreudig den druckfrischen Spielplan, denn da gibt es neben den großen Premieren – Fanny und Alexander am 22. September und Penthesilea am 27. Oktober – einiges zu entdecken.

selbst eine flüsternde stimme, kann eine armee übertönen, wenn sie die wahrheit spricht

Ins Gespräch kommt man mit Mirko Borscht, dem 1971 in Cottbus geborenen Regisseur und Drehbuchautor sehr schnell. Wer dann aber bei wem zu Gast ist, ist schon nach kurzer Zeit nicht mehr feststellbar. Er öffnet die Tür zu den dahinterliegenden Denkräumen mit dem biografischen Schlüssel. Rückt sich selbst ins Zielkreuz, erzählt fließend mit der Distanz desjenigen, der die Geschehnisse durchlebt, verarbeitet und integriert hat.