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im herzen die finsternis – sebastian hartmanns „dämonen“ in frankfurt

Vorab gesteht der Rezensent, Dostojewskis Dämonen, die Sebastian Hartmann am Freitag am Schauspiel Frankfurt inszenierte, nicht gelesen zu haben. Was bildungslückenhaft gewagt klingt, erweist sich als Vorteil: Es entfällt die Suche nach Orientierung in der Romanvorlage, die der Regisseur bewusst verwehrt. Dafür begeben sich Hartmann und Ensemble ganz tief hinein in die menschliche Seele. Und dort funkelt es fiebrig und düster.

woyzeck und seine marie

Berlin bekommt einen neuen Hartmann: Am Deutschen Theater inszeniert der Ex-Centraltheater-Intendant Büchners Stück-Fragment Woyzeck und an diesem interessiert den Regisseur weniger das landläufig bekannte, soziale Ursache-Wirkungs-Prinzip als das allgemein-menschliche Warum-töten-wir-überhaupt?

centraltheater goes recklinghausen

Hartmann und Laberenz bei den Ruhrfestspielen 2012

Nach der Einladung der Centraltheater-Inszenierung PARIS, TEXAS im letzten Jahr gibt es in diesem Jahr gleich zwei Koproduktionen von Ruhrfestspielen und Centraltheater:

Sebastian Hartmann inszeniert Tolstois monumentales Epos KRIEG UND FRIEDEN, Premiere ist am 10. Mai 2012. Die Bühne entsteht in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Maler Tilo Baumgärtel, für die Musik sorgt dieses Mal nicht Steve Binetti, sondern Sascha Ring (Apparat).

Das gemeinsame Projekt von Wolfram Lotz und Martin Laberenz mit dem Arbeitstitel ZERSCHOSSENE TRÄUME hat am 1. Juni Premiere. Autor und Regisseur suchen im gegenseitigen Überschreiben eine Radikalisierung der jeweils eigenen Haltung – das Stück selbst entsteht erst während der Proben.