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was tust du denn gerade, alter mann?

Gen Ende sitzt Edgar Selges Lear nur im Unterhemd in dem Chaos, das er selber angerichtet hat. Klein scheint die Bühne da, beengt von Wänden und erdrückt von der Decke, fast zu klein für all die Zerstörung, Trauer, Wahnsinn und Tod darauf. Am Anfang hat dieser König eben jene Bühne abgeschritten, sich bedacht an den Wänden entlang getastet und so sein Reich vermessen, das er unter den drei Töchtern aufzuteilen gedachte. Am Schluss wird er es wieder tun und jeder seiner Mitspieler, den er passiert, wird leblos zu Boden sinken.

nordkurve #10
es gibt jetzt salat! ayad akhtars „geächtet“ am deutschen schauspielhaus

Im FAQ-Room geht das Deutsche Schauspielhaus Hamburg mit verschiedenen Veranstaltungen den „frequently asked questions der Gegenwart“ nach. Nummer vier dieser Reihe hatte vergangenen Samstag Premiere – die deutschsprachige Erstaufführung von Ayad Akhtars Erfolgsstück „Disgraced“, hierzulande „Geächtet“ genannt. Regie führte Klaus Schumacher, Leiter des Jungen Schauspielhauses im bereits zehnten Jubiläumsjahr. Wir haben uns die zweite Vorstellung angeschaut.

schöne neue arbeitswelt?
SIGNAs söhne & söhne in hamburg

Seit Oikonomos Walerian Lieblingssohn I. Leiter der Hamburger Filiale der Firma Söhne & Söhne ist, tragen sich dort seltsame Dinge zu. Alle Uhren stehen auf halb eins, Mitarbeiter leiden wiederholt unter Nasenbluten, andere sind gar verschwunden oder wieder aufgetaucht, ohne sich an irgendetwas erinnern zu können – Unser Autor hat sich dennoch für einen Abend von SIGNA einstellen lassen und hatte einen erwartungsgemäß ungewöhnlichen und aufwühlenden ersten Arbeitstag.

nordkurve #8: ritter werden, könig sein!

Von der Unendlichen Geschichte am Thalia Theater haben wir ja schon berichtet, und weil Kinderstücke so viel Spaß machen, wohnten wir heute der Wiederaufnahme vom König Artus am Deutschen Schauspielhaus bei. Eine berühmt-berüchtigte 10-Uhr-Vorstellung: 1200 Kinder fiebern lautstark mit, wenn der bepullunderte Artus (Bastian Reiber) mit seiner das-ist-nicht-meine-Freundin-und-dann-doch Guinevere (Anne Müller) durch England stolpert, um nicht nur Ritter zu werden, sondern auch noch den Krieg zu beenden – na super!

auf einen kaffee im piloten – das sind die neuen im ensemble #1

Vier Schauspieler sind in diesem Herbst neu ins Ensemble gekommen. Ihren Einstand auf der Bühne haben sie schon gegeben – wir haben Julia, Florian, Sophie und Katharina nun zum Nachmittagskaffee im Piloten getroffen.

Neben Plaudereien über Theater, Stadt, Ankommen, Rollen und Textlernen haben die vier ohne Murren unseren schon fast traditionellen (Schon-wieder-so’n-blöder)-Fragebogen ausgefüllt. Wir werden euch die „Neuen“ hier vorstellen – den Anfang macht Katharina Schmidt, die sich während des Biologiestudiums mit dem Theaterleidenschaftsvirus infiziert hat.

nordkurve #3
fritschs kassette am schauspielhaus: wieso denn bloß?

Eben noch erzähl ich meiner Begleitung im Foyer, wie gern ich Stofftapete mag, nun sehe ich vor mir auf der Bühne ein riesiges Rund derselbigen in blau, geziert mit gelben Blümchen. Gestört oder ergänzt wird diese Glückseligkeit einzig durch einen monumentalen Kamin mit Knister-Knaster-Feuerchen nebst dafür nützlichen, ebenso monumentalen Holzscheitstapel zur Rechten und einem herrlichen Konzertflügel zur Linken, allesamt stehend auf leicht spiegelndem Bühnenboden. Dies ist also die Kulisse für Carl Sternheims Komödie Die Kassette, inszeniert von Herbert Fritsch, premierierend am Deutschen Schauspielhaus Hamburg.

nordkurve #2: tatörtliche bastelstunde

Das Deutsche SchauSpielHaus Hamburg eröffnet seine Spielzeit mit „Reisende auf einem Bein“ von Herta Müller.

Der Hamburger Hauptbahnhof ist eine Welt für sich. Lärm, drängelnde Gerüche, Menschen-Gewusel, geschäftiges Treiben, mittendrin eine Vielzahl an Obdachlosen und dieser Tage noch viel mehr Flüchtlinge, Ehrenämtler, Hilfszelte. Wenn man sich da durch geschoben und es bis zum Deutschen SchauSpielHaus geschafft hat, hat man eigentlich schon genug erlebt und gesehen.