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preuss’sche wahnverstrickung auf dem grünen hügel

Sommer? Schon, aber trotzdem nur noch drei Tage bis zur Premiere. Und nicht zu irgendeiner! Am kommenden Dienstag gibt es die allererste Sprechtheater-Inszenierung ever in der Geschichte der Bayreuther Festspiele: Dann kommt Siegfried, ein Text von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel über den Wagner-Sohn und langjährigen Festspielleiter, zur Uraufführung. Regie führt der Leipziger Hausregisseur Philipp Preuss. Wie ist es denn dazu gekommen?

das andere salzburg

Garantiert nichts für Sensibelchen

Jedes Jahr im Sommer lockt Salzburg den Theaterfreund mit den Festspielen. In diesem Jahr steht u.a. eine Performance von SIGNA auf dem Programm. Da ich durch „Germania Song“ zum SIGNA-Junkie geworden bin, kann ich mir das nicht entgehen lassen. Also Salzburg. Eine schöne, eine zu schöne Stadt: zu hübsch, zu puppenstubenhaft, zu viele reiche und schöne Menschen (die meisten von ihnen sicher Touristen), zu sauber, zu viele barocke Kirchen, zu viel Mozart. Wenn ich nicht wegen der Festspiele dort gewesen wäre, wäre die Stadt sicher nicht unbedingt mein Ziel gewesen. Ursprünglich wollte ich nur wegen der SIGNA-Performance hinfahren, am Ende waren es dann doch drei „Stücke“ in zwei Tagen.

Seit einigen Jahren gibt es bei den Festspielen eine Reihe, die sich Young Director’s Project nennt. Nun ist es vielleicht etwas vermessen, SIGNA dort einzuordnen. Signa und Arthur Köstler und Thomas Bo Nilsson, die den künstlerischen Kopf von SIGNA bilden, sind seit Jahren in der Szene aktiv, also keineswegs die Newcomer, die es zu entdecken gilt. In Salzburg zeigen sie nun „Das ehemalige Haus“. Grundidee der Performance: Darstellung der Problematik Zwangsprostitution mit SIGNA-spezifischen Mitteln.