zwischen bildender und darstellender kunst: philipp preuss

Am Freitag hat auf der Hinterbühne Der Reigen oder Vivre sa vie Premiere. Der Regisseur, der Schnitzlers Dialogfolge um Macht, Verführung, Enttäuschung und Verlangen mit Godards Studie der Dirne Nana S. kombiniert, ist Philipp Preuss.

Probenfoto: Der Reigen ... (c) Rolf Arnold

Probenfoto: Der Reigen … (c) Rolf Arnold

Der Österreicher macht Theater und Bildende Kunst, und beides erfolgreich. Er inzenierte schon am Schauspielhaus Bochum, am Deutschen Theater Berlin, in Moers, Kaiserslautern, Frankfurt und Dortmund. Dort arbeitete er mehrfach mit den Ex-Centraltheater-Spielern Birgit Unterweger und Manuel Harder zusammen, zum Beispiel in Keiner weiß mehr 2 oder Martin Kippenberger ist nicht tot von Fritz Kater.

Birgit Unterweger in (c) Theater Dortmund via pit-jan-loesser.de Manuel Harder und Birgit Unterweger (c) Theater Dortmund via pit-jan-loesser.de

Birgit Unterweger und Manuel Harder 2003 in „Keiner weiß mehr 2 … “
(c) Theater Dortmund via pit-jan-loesser.de

Preuss‘ Inszenierungen waren eingeladen zum Festival »Radikal jung« (2004, Dantons Tod) und ausgezeichnet mit dem Förderpreis des Landes NRW (2007 Hedda Gabler mit Birgit Unterweger in der Titelrolle).

Der bildende Künstler Preuss gewann 2003 den Preis der internationalen Bodenseekonferenz für Bildende Kunst. In seinen Aussellungen erschafft er virtuelle Künstlerfiguren, die von SchauspielerInnen dargestellt werden. Dabei entstehen wiederum ganz reale Installationen, Bilder, Videos, Skulpturen, Fotografien und Performances. Zu sehen waren sie unter anderem in Bregenz, Wien und Mailand. Die fiktiven Künstler präsentieren ihre Werke auch im Internet.

Zuletzt inszenierte Preuss in Kaiserlautern Nina Büttners ausgezeichneten Text Schafinsel, am Schlosstheater Moers Promotheus / Licht und in Frankfurt Das Käthchen von Heilbronn (› zur nachtkritik).

Der Regisseur arbeitet meistens mit einem festen Team bestehend aus Ramallah Aubrecht (Bühne), Katharina Tasch (Kostüme), Konny Keller (Video) und Kornelius Heidebrecht (Musik), das nun in Leipzig Der Reigen oder Vivre sa vie auf die Hinterbühne bringen wird. Nach dem Regie-Ansatz gefragt, zitiert Preuss im Kreuzer Godard: „Eine Geschichte hat einen Anfang, eine Mitte und ein Ende, aber nicht unbedingt in dieser Reihenfolge.“. Es ginge nicht in erster Linie um die Figuren oder die Story, sondern um „die Motive bei Schnitzler und Godard“, um Sex, aber „genauso stark um den Tod“.
Premiere ist am Freitag, 31. Januar um 19:30 Uhr. Es spielen Daniela Keckeis, Markus Lerch, Lisa Mies, Denis Petković, Felix Axel Preißler und Bettina Schmidt.

Mehr zu Philipp Preuss gibt es auf seiner Homepage: www.pppreuss.net