zwischen stuttgart und bremerhaven – wo es im september theatert

Auch wenn es bei uns erst zum Einheitsfeiertag wieder losgeht – andernorts macht auch schon der September Theater und das mit bekannten Gesichtern. Schauen wir uns mal um:

Der Teufel soll ihn holen, der Teufel soll ihn holen… Du musst es dreimal sagen …

Oder sieben mal. Denn in Bremen lässt sich ein Schauspieler mit gleich sieben Regisseuren und Goethes Mephisto ein. Jonathan Prösler trifft dabei auch seine persönlichen Dämonen, denn  nach eigener Aussage hasst er es, allein auf der Bühne zu stehen, mag Goethe nicht besonders und fürchtet den Konflikt mit Regisseuren. Klingt charmant, geht vielleicht nächstes Jahr auf Tour und – weswegen es hier Erwähnung findet – zwei der Regisseure sind Günther Harder und Jonas Steglich.

» M e p h i s t o . S e i n . G o e t h e
Bremen, Theater im Schlachthof / 3. September

(c) theater punk produktion

(c) theater punk produktion


Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.

Am Theater an der Ruhr nimmt sich Albrecht Hirche, der zuletzt in Hannover den Black Rider (mit Günther Harder, hier die » reihesieben-Kritik) und zuvor ebendort Kafkas Prozess (u.a. mit Emma Rönnebeck) inszeniert hat, nun dessen ungeheuerliche Erzählung Die Verwandlung vor.  Auf der Bühne mit dabei Ex-Studio-Studentin und Cléo-Chanteuse Katrin Kaspar.

» D i e   V e r w a n d l u n g
Mülheim, Theater an der Ruhr / 17. September


Zum Erfinden von zusammenhängenden und sinnvollen Tönen ist dieser Raum für mich der luxuriöseste, den es gibt. Friederike über das Theater im Interview auf » frohfroh

Friederike Bernhardt, in Leipzig verantwortlich für viele, eindrückliche Centraltheater-Bühnenmusiken und später u.a. in Düsseldorf, Göttingen und Stuttgart beschäftigt, arbeitet zur Zeit in Berlin (mit Martin Laberenz, siehe unten) und erstmalig auch am Theater Augsburg: Hier übernimmt die Künstlerin die musikalische Leitung für den Fuggerstadt-Remix Die Banditen von Gerolstein über eine Räuberbande in Geldnöten – frei nach Jacques Offenbach.

 » D i e   B a n d i t e n   v o n   G e r o l s t e i n
Theater Augsburg / 19. September


Im Westen nichts Neues (c) Katrin Ribbe/Schauspiel Hannover

Im Westen nichts Neues (c) Katrin Ribbe/Schauspiel Hannover

Wenn wirklich Frieden kommt, möchte ich was tun, das Wert ist, dass man hier im Schlamassel gelegen hat. Mir fällt bloß nichts ein.

Zur Spielzeiteröffnung am Schauspiel Hannover bringt Intendant Lars-Ole Walburg den wohl bekanntesten Roman zum Ersten Weltkrieg – Remarques Im Westen nichts Neues auf die große Bühne. Den Paul Bäumer spielt Jonas Steglich – im letzten Jahr noch im Leipziger Schauspielstudio und als Gast in Hannover schon in » Hiob zu sehen – der damit gleich mit einer Hauptrolle ins Erstengagement startet. Glückwunsch und Daumendrücken!

Am nächsten Abend gibt es Judith Schalanskys wunderbarer Atlas der abgelegenen Inseln als „mehrstimmiges Hörstück auf drei Stockwerken für vier Schauspieler und ebenso viele Musiker“ in der Cumberlandschen Galerie Premiere. Einer der Schauspieler ist Günther K. Harder, ab 2014/15 ebenfalls festes Ensemblemitglied in Hannover.

Schauspiel Hannover
» I m   W e s t e n    n i c h t s   N e u e s  / 20. September
» A t l a s   d e r   a b g e l e g e n e n   I n s e l n / 21. September


Aus gegebenem Anlass mache ich einen kurzen Ausflug zu meinem Geld.

Martin Laberenz, an dessen wunderbare Abende wie Aufzeichnungen aus dem Kellerloch und Schuld und Sühne wir gern zurückdenken und der im letzten Jahr in Düsseldorf einen überzeugenden Spieler inszeniert hat, darf die Saison in den Kammerspieleb des DT eröffnen. Musikalisch mit am Start: Friederike Bernhardt, es spielen unter anderem Anita Vulesica und Sebastian Grünewald.

» D e r   G e i z i g e
Deutsches Theater Berlin / 25. September

S p i e l p l a n ä n d e r u n g
Wegen einem Bühnenunfall des Hauptdarstellers Michael Goldberg, der sich einen komplizierten Fingerbruch zugezogen hat wird die Premiere voraussichtlich auf Oktober 2014 verschoben.


Dein Wunsch war des Gedankens Vater.

Die Saison bei Armin Petras in Stuttgart eröffnet Robert Borgmann, dessen Inszenierung Onkel Wanja am selben Haus im letzten Jahr beim Theatertreffen war und dessen Hauptdarsteller Peter Kurth gerade zum Schauspieler des Jahres gewählt wurde. Borgmann macht jetzt Richard III, es spielen u.a. Manolo Bertling, Susanne Böwe, Thomas Lawinky und Peter René Lüdicke. Die Musik kommt von webermichelson.

Das Stuttgarter Ensemble verstärken jetzt Ex-Centralspieler Birgit Unterweger und – ab 2015 – Manuel Harder. Birgits erste Produktion wird Die Stadt das Gedächtnis sein, in dem Regisseur Jan Neumann seine Arbeit um Vergessen und Erinnern aus der letzten Weimarer Spielzeit (2,7 Sekunden) fortsetzt.

Schauspiel Stuttgart
» R i c h a r d   I I I .   / 26. September
» D i e   S t a d t    d a s   G  e d ä c h t n i s /  27. September


Zuerst ist es so, als würde die Sonne auf einen scheinen und alles ist herrlich. Und dann, dann vergisst er einen und es wird sehr, sehr kalt.

Ebenfalls mit einer Hauptrolle startet Harald Horvath in sein erste Engagement und zwar am Stadttheater Bremerhaven. In der Adaption des Romans von Patricia Highsmith spielt er den titelgebenden Tom Ripley. Auch hier drücken wir fest die Daumen.

» D e r   t a l e n t i e r t e   M r .   R i p l e y
Stadttheater Bremerhaven / 28. September