In kirschrotes Licht getaucht liegen sie am Boden. In einem sich nach hinten verjüngendem, kirchenhaften Raum, die Wände […]
die gegenwart ist einfach nicht zu fassen – robert borgmanns kirschgarten in stuttgart
das kunstwerk der zukunft VI volume 2 – es geht um die wurst
An der Oper Halle baut man weiter am Kunstwerk der Zukunft. Vom Beitrag, den Clemens Meyer und Johannes Kirsten dabei leisten, hat reihesiebenmitte vor zwei Wochen berichtet. Nun gab es den zweiten Abend mit dem Titel „Der Herr der Nibelungen oder mein Schatz gehört dem Volk. Vol. 2 Es geht um die Wurst“. Der war nach dem Motto „Live und improvisiert“ ganz anders als Teil 1, der erneute Besuch hat sich also gelohnt.
treffen sich wagner, marx und ein braunkohlebaggerfahrer im paradieschen – clemens meyer im operncafé halle
„Live und improvisiert“ war das Motto der „Stallgespräche“, einer Reihe, die Clemens Meyer und der Dramaturg Johannes Kirsten einst am Leipziger Centraltheater aus der Taufe gehoben haben. Mit einer Mischung aus Talk-Show und Theater-Performance beschäftigte man sich mit unterschiedlichsten Themen. Selbiges Motto könnte auch über Abend stehen, den Clemens Meyer und Johannes Kirsten zusammen mit dem Musiker Enrico Meyer gestern für die Hallenser Operncafé-Reihe „Das Kunstwerk der Zukunft“ gestaltet haben: „Der Herr der Nibelungen oder mein Schatz gehört dem Volk“. Und ein waschechter Baggerfahrer war auch dabei.
sieben stunden nicht nur goethe, aber viel faust. und kein bisschen müde.
An der Berliner Volksbühne herrscht derzeit großer Besucherandrang. Die Inszenierungen der Regisseure, die seit Jahren das Bild des Hauses prägen (neben Frank Castorf sind das René Pollesch, Christoph Marthaler und Herbert Fritsch) laufen vor ausverkauftem Haus. Der Hausherr selbst hat sich in dieser letzten Spielzeit zurückgehalten und erst Anfang März seine erste Premiere auf die Bühne gebracht – Faust.
landlust und -frust nach turgenjew – jetzt am schauspiel frankfurt, im mai in leipzig
1855 schrieb Iwan Turgenjew seine doppelbödig-tückische Liebeskomödie Ein Monat auf dem Lande, 160 Jahre später hat der britische Autor, Comedian und Regisseur Patrick Marber sie gekonnt geschärft, verdichtet und britisch-dezent aufs Tempo gedrückt. Drei Tage auf dem Land wird Enrico Lübbe im Mai in Leipzig inszenieren, wir waren in Andreas Kriegenburgs deutschsprachiger Erstaufführung am Schauspiel Frankfurt schon mal Landluft schnuppern.
es ist eben kompliziert mit der brüderlichkeit – alexander eisenach + camus in hannover
Vor ein paar Wochen haben wir Alexander Eisenach im Wilden Westen verlassen, jetzt treffen wir ihn im Moskau des Jahres 1905 wieder. Die Fragen und Widersprüche, die ihn umtreiben, hat er mitgenommen.
familienaufstellung in (sonnen)finsternis – sebastian hartmanns gespenster am dt
Sebastian Hartmanns vierter Abend am DT verwebt Ibsens Gespenster mit Strindbergs Vater, holt mit Heinrich Heine die Sehnsucht ins Boot und schafft ein schwarz-weiß-düsteres Familienpanorama in Endlosschleife, das zwar nach kompakten zwei Stunden vorbei ist, aber eigentlich nie aufhört.
it takes two to tango … for the road – jürgen kruses pinter-doppel am schauspiel frankfurt
Seit Oktober läuft auf der kleinen Bühne des Schauspiel Frankfurt nun die schon vierte Jürgen-Kruse-Inszenierung in (jährlicher) Folge: Ein Harold-Pinter-Doppelabend ist es diesmal und so krust cruist der Leipziger Fan erneut an den Main und findet sich ein wenig erstaunt in einer gar nicht wie gewohnt überbordenden, sondern eher recht aufgeräumt-konzentrierten (Folter)Höllenweltkugel wieder.