Kapital und Individuum, Welt und Europa, Geschichte und Utopie: Alexander Eisenach hat das, was ihn schon in seinen letzten Arbeiten umtrieb, jetzt in der Hauptstadt weitergedacht und jongliert – am Theater Bert Brechts und Heiner Müllers – assoziationsstark, pointiert und charmant mit verdammt vielen klugen Gedanken.
knietief im amalgam des kapitalozän – alex eisenach sucht am be nach europa
neustart am berliner ensemble
Während sich die Aufregung um den Intendantenwechsel an der Berliner Volksbühne noch immer nicht gelegt hat, ging es am Berliner Ensemble doch wesentlich ruhiger zu. Dort endete im Sommer die 18jährige Intendanz von Claus Peymann. Nachfolger wurde Oliver Reese, der zuletzt Intendant am Schauspiel Frankfurt/M. war, ein gestandener Theatermann also, somit eine Garantie dafür, daß das BE auch weiterhin ein Ensemble- und Repertoiretheater sein wird – im Gegensatz zur Volksbühne.
auswärts in wien – iphigenie in aulis/ occident express im volkstheater
Eine frische Stimme aus Wien: Nina, Studentin der Theaterwissenschaft in Leipzig, ist zur Zeit in der Melange-Metropole und Gelegenheit, dort Theater zu schauen. Am Volkstheater hat sie die Spielzeiteröffnung gesehen und für uns beschrieben:
Die künstlerische Direktorin des Volkstheaters – Anna Badora – selbst hat Iphigenie in Aulis/Occident Express inszeniert. Der etwa dreistündige Abend kombiniert die griechische Tragödie von Euripides und das moderne Stück von Stefano Massini.
bonjour tristesse – enrico lübbes kasimir und karoline am schauspiel leipzig
Ich dachte immer, auf dem Oktoberfest ist mehr los, lässt ein Zuschauer nach der Premiere verlauten. Und in der Tat, ausgelassene Feststimmung ist hier nicht angesagt. Schon die Bühne atmet aus jeder Ritze gelbliche Tristesse. Statt Jahrmarktsbuden und Kettenkarussell hat Hugo Gretler eine unwirtliche Fabrik-Pausen-Durchgangs-Halle gebaut und mit 80er-Ostklubhausmobiliar ausgestattet: Ein paar Tische und Stühle, ein Hau-den-Lukas als einzige Oktoberfest-Reminiszenz, an den Seiten Ausschank und Türen zum Pissoir, oben ein für dieses Setting merkwürdig futurisch anmutender Logen-Balkon, rechts hinterm Milchglasfenster donnern immer wieder Güterzüge? Die S-Bahn? Die Achterbahn? vorbei.
was macht eigentlich … melanie schmidli?
Die Ex-Centralspielerin (Im Pelz, We are blood u.a.) arbeitet frei und ist unter anderem mit ihrem Projekt Schooriil in der Hauptstadt unterwegs. Wir haben es leider noch immer nicht hin geschafft, aber mal nachgefragt, wie es so läuft in Berlin mit der … ähm … Scheißspielerei und trommeln ein bisschen für die nächste Show am 19. September.
aufstieg mit undercut – alex eisenach will in hannover ganz nach oben
Die Cumberlandsche hat sich fein gemacht. Die eigentliche Bühne ist jetzt eine Blackbox, ganz unten locken Brot, Butter und Salz an einen langen Holztisch und ins schönste Treppenhaus – wir sind seit dem Atlas der abgelegenen Inseln verliebt – hat Bühnenbildner Andreas Alexander Straßer in mutigem Kontrast zum alten Gemäuer die Spielorte für die neue Theaterserie Eine Stadt will noch oben gebaut. Zehn Folgen soll es geben, die ersten beiden eröffneten am letzten Wochenende die neue Cumberland.
nachwuchsschauspielerin of the year = sina martens!
Also, wir haben es ja schon immer gewusst ;) Und vor allem gesehen und gespürt: Was für eine […]
mehr wirk-lichkeit, weniger realität – meigl hoffmann ölt im centralkabarett den witz
Einiger gut gepflegter Vorurteile wie jenem der schenkelklopfenden Pointenfixierung wegen, wagen wir uns nur sehr selten tiefer in die hiesigen Kabarett-Gefilde. Aber wenn’s so schön central daherkommt und selbst aus unverdächtigen Ecken über den grünen Klee gelobt wird, müssen wir dann doch mal gucken. Und werden nicht enttäuscht vom Geölten Witz im Centralkabarett, in dem es tatsächlich auch um Vorurteile geht. Allerdings nicht um jene gegenüber Kabarettisten.