happy birthday, lieber stammtisch

Seit zwei Jahren treffen sich nun schon die Stammtischler jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat central im Piloten zum geistigen Austausch bei zumeist ebensolchen Getränken.

Viele Mitglieder der Central-Mannschaft haben sich seitdem zu interessanten Gesprächen bereit- und am Stammtisch eingefunden: Den Anfang machte Guillaume Paoli, dann kamen Katrin Richter, Jörg van der Horst und Nicole Konstantinou, Manuel Harder, Holger Stockhaus, Andrej Kaminsky, Michael Stanitzek, Melanie Schmidli und zuletzt Hagen Oechel.

Seit einem Jahr hat der Stammtisch sogar die Ehre, in Clemens Meyer ein ganz besonderes Ehrenmitglied zu haben, vor kurzen erst haben wir uns ein eigenes Logo verpasst, Facebook unterwandert und es in den CT-Monatsspielplan geschafft.

Zeit, sich bei der zu bedanken, die das alles mit viel Lust, Liebe, Zeit und Mühe organisiert, einlädt, sich informiert, persönliche Geschenke für die Gäste besorgt, ebensolche Texte für den Blog verfasst und und und: Danke dir, Jutta! Wir freuen uns auf die nächsten zwei Jahre!

Wer gratulieren möchte, der sei auf den Jubiläumsstammtisch verwiesen: Mittwoch, 6. April, 19 Uhr ‚in der Theatergastronomie‘. Wir freuen uns auf euch!

 

aus der höhle vor der stadt in die wildeweitewelt

Melanie Schmidli, 1982 in Basel geboren und seit 2008 am Centraltheater, war am 06.02. zu Gast beim Stammtisch Late Night Special. Direkt nach der Vorstellung kommt sie, läßt sich bei einem Glas Ingwertee nieder und erfreut die versammelte Runde mit ihrer ungemein sympathischen Präsenz. Das sie Schauspielerin werden würde war ihr schon mit 16 Jahren bewußt. Vier Jahre im Jugendclubtheater Basel, die ihr eine Erfahrung von „liebevoll wild an die Grenze gehen ermöglichte“, zementierte ihren Entschluß. Schnell baut sie noch ihr Abitur, um dann an der Uni der Künste Berlin ihr Schauspielstudium zu absolvieren.

Melanie Schmidli. Foto: privat.

Am Theater der Regiestudenten lernt sie Johannes Schmit kennen, doch zunächst führt sie ihr Weg noch über das Hans Otto Theater Potsdam zum Schauspiel Hannover. (mehr …)

 

 

vor der premiere ist nach der premiere

So lautet Michael Stanitzeks Credo, dem sympathischen künstlerischen Betriebsdirektor am Centraltheater. Aus dem kreativen „Chaos“ von mehreren parallelen Produktionsbegleitungen taucht er auf zum Stammtischbesuch und fährt sich selbst schnell und leise in den XXL-Ruhepolmodus.

Michael Stanitzek, CT, Foto: Rolf Arnold.
Michael Stanitzek, CT, Foto: Rolf Arnold.

Man spürt sofort, hier ist ein Theatermacher aus der hochqualifizierten Leitungscrew, der neugierig ist auf das Publikum und überhaupt Freude hat an der Begegnung mit Menschen. So erzählt er aus seiner Vita als Student in Berlin, den es durch die Tätigkeit des Stiefvaters als Schauspieler vom Geburtsort München dorthin verschlagen hatte. Oder beim Benennen von Berufsstationen, er wirkt als Zugführer seines Lebens, dem es trotzdem gelingt, die offene schauende Haltung eines Reisenden zu bewahren. Da fallen Namen wie Klaus Bachler, Freitag, Eschberg und die Freude klingt mit, Mentoren, andere Aufgaben und immer wieder neue Tätigkeitsfelder erlebt zu haben. Es huscht ein kleines verschmitztes Lächeln über das Gesicht als er erwähnt, dass nach Dresden nun seit 2008 an einem der drei „verrücktesten“ Theater Deutschlands zu sein, schon wirklich etwas besonderes wäre.

Hier die Produktion von sehr ausgewählten Regisseuren zu begleiten, wo selbst die Technik künstlerisch mit den Stücken atmet. Unter Hartmann, den er als einen Ensemble-Intendanten bezeichnet, zu arbeiten, hieße viel Freiraum zu erhalten, in dem man sich hinein entwickeln kann. Stolz erzählt er von der hohen künstlerischen Produktivität dieses Theaters und sagt zum Vergleich: „Dresden 8 – 8, Leipzig über 20“. Er geht seinen Weg, um immer wieder anzukommen. Wohl fühlt er sich, obwohl er wegen der Familie zwischen Berlin und Leipzig pendelt. Hat bei allem, mit unter auch stressigen Situationen, eigentlich nur einen Wunsch, eine Produktion intensiver zu begleiten, den Prozess von der Entstehung bis zur Bühnenreife. Sagt dies mit einer brennenden Loyalität zu der künstlerischen Schaffenskraft seines Intendanten. Draußen rieselt leise der Schnee und im Pilot ist es plötzlich sehr wohlig warm.