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kein wunder geschehe – hawemann lotet in bonn nicht nur familäre schmerzgrenzen aus

Neuer Abend, neue Stadt, neues Theater – nach Sascha Hawemanns Dämonen-Premiere in Dortmund sind wir gleich noch ein Stück weitergereist: Am Bonner Schauspielhaus läuft seit Oktober eine Inszenierungdesselben Regisseurs. Vor Sonnenaufgang (in der Übertragung von Ewald Palmetshofer) ist ebenfalls eine großer Schauspielerabend, aber ein ganz anderer …

vor uns die sintflut – die mülheimer titanic will nicht untergehen

Im Mülheimer Theater an der Ruhr spielen die Enzensbörger fröhlich zum Untergang auf, während die Welt sich rückwärts immer weiter dreht und helle Spots die dunkelsten Ecken des Seins ausleuchten. Angerichtet hat diese düster-kluge Hans-Magnus-Enzensberger-Karussellfahrt der Leipziger Hausregisseur Philipp Preuss.

wir können alle nur lernen, pflichtfach: wahrhaftigkeit

Im letzten Oktober ist der Dieter Jaßlauk im Alter von 85 Jahren gestorben. Philipp Preuss, in dessen Inszenierungen von Der Sommernachtstraum und Peer Gynt der Leipziger Schauspieler zuletzt spielte, schickte eine Grußbotschaft zur Gedenkfeier ins Leipziger Schauspielhaus, vor allem aber nach oben, zu Dieter.

premierenfreud, premierenleid und ein sezuan in der muppetshow

Premieren sind die Höhepunkte im Theaterleben. Die Spannung, was das Zusammentreffen von Regisseur, Schauspielern und Text auf der Bühne ergibt, lockt die Zuschauer an. Leider waren im Schauspiel Leipzig die Möglichkeiten, eine solche Premiere auf der großen Bühne zu erleben, in dieser Spielzeit noch recht begrenzt. Nach dem großen Theaterfest Ende August dauerte es bis zum 3. Oktober bis zur ersten großen Premiere. Dann folgte recht schnell das diesjährige Weihnachtsmärchen. Gerade noch rechtzeitig, wenn man bedenkt, dass die Lebkuchen schon seit September in den Geschäften liegen. Am 23. November kam nun die dritte Premiere der Spielzeit auf die große Bühne. Aber Quantität ist keine künstlerische Kategorie – was also gab es zu sehen?

die metaphern wegfegen – dostojewski als entfesseltes und fesselndes ensembletheaterfest

Da rennen sie. Von der Bühnenmitte in breiter Front an die Rampe, bremsen abrupt, um gleich zurück zu hasten. Und noch einmal und wieder. In Dostojewskis Dämonen ist jeder angetrieben von den eigenen bösen Geistern, und beinahe keiner weiß, wohin eigentlich in den sich rasch wandelnden Zeiten. Dieses Irren und Suchen ist das Grundmotiv in Sascha Hawemanns Inszenierung, der den 1000-Seiten-Wälzer so größenwahnsinnig wie streitbar und genial auf die Dortmunder Schauspielbühne gestellt hat.

woher wohin warum – gordon kämmerer feiert in der disko eine rumänisch-globale party

Die Übersetzerin des berühmtesten rumänischen Autors ist ein Mann … Ziemlich früh am Abend fällt dieser Satz. Einer, über den man stolpert, der ahnen lässt, dass da noch was lauert hinter den Worten. Einige solcher Widerhaken hat Alexandra Pâzgu da in ihren Text gestreut. An denen kann man durchaus schön hängenbleiben – so richtig weh tut das allerdings meistens nicht. Aber erstmal zurück auf Anfang.

nachklapp | cristiana morganti auf der schauspielbühne

Die 29. Ausgabe der euro-scene bot wie gewohnt eine interessante Mischung von Gastspielen aus verschiedenen europäischen Ländern im Bereich Tanz und modernes Theater. Einer der Höhepunkte aus meiner Sicht war dabei das Gastspiel der italienischen Tänzerin Cristiana Morganti.