Keine große Theaterkunst, aber packendes, aktuelles Theater, das Probleme offen auf die Bühne bringt. Mutig, ambitioniert, manchmal vielleicht etwas zu laut, aber draußen auf der Straße geht auch nicht leise zu – da muss man den Mut haben, auch auf der Bühne laut zu sein. Volker Lösch und der Dresdner Bürgerchor haben den Mut und Thomas Pannicke hat’s für uns gesehen und empfiehlt genaues Zuhören.
sind wir nicht alle ein bisschen das volk?
der mittler zwischen hirn und händen muss das herz sein
Heute Abend hat die erste Inszenierung von Claudia Bauer im großen Haus Premiere: zusammen mit Jan Friedrich (dem […]
große one-man-show, kräftiger sturm und eine bunte feenkönigin – theaterausflug ans schauspiel stuttgart
Ein Manuel-Harder-Solo, der „Sturm“ vom Chef daselbst inszeniert, eine Shakespeare-Schauspiel-Opern-Premiere und das alles an einem Wochenende – mehr als nur Grund genug für eine weite Fahrt. Das reihesieben-Theaterreisetagebuch berichtet …
auf einen wein im „hessischen landboten“
leonce & lena am schauspiel frankfurt
Welcome back im Frankfurter Kruseversum. Dieses Mal mit einem Stück, das wie gemacht ist für Jürgen Kruses Co-Regie mit dieser tollen Mischung aus Sprachspiel, Wortwitz, Absurdität und Melancholy – Welcome to Georg Büchners schräger Welt of Pipi & Popo, give a warm welcome to: Leonce und Lena.
sehen sie – der mensch!
woyzeck in den cammerspielen
Eine Komödie, behauptet der Untertitel. Und eine grausame ist das, was Hauptmann, Doktor und Marie hier mit ihrem Woyzeck treiben. In der ausverkauften Nato hatte vergangene Woche Büchners Fragment in einer neuen Bühnenfassung der Cammerspiele Premiere – wir haben uns auf den Menschenversuch eingelassen.
nordkurve #10
es gibt jetzt salat! ayad akhtars „geächtet“ am deutschen schauspielhaus
Im FAQ-Room geht das Deutsche Schauspielhaus Hamburg mit verschiedenen Veranstaltungen den „frequently asked questions der Gegenwart“ nach. Nummer vier dieser Reihe hatte vergangenen Samstag Premiere – die deutschsprachige Erstaufführung von Ayad Akhtars Erfolgsstück „Disgraced“, hierzulande „Geächtet“ genannt. Regie führte Klaus Schumacher, Leiter des Jungen Schauspielhauses im bereits zehnten Jubiläumsjahr. Wir haben uns die zweite Vorstellung angeschaut.
laufen rennen kaufen hetzen jagen – sascha hawemann inszeniert „wolf unter wölfen“ in hannover
Klamottenberge in holzvertäfelter Kaufhausatmosphäre unter Milchglaslicht, so präsentiert sich dem Zuschauer die erste Szene nach dem Eisernen Vorhang, und aus diesen Klamottenbergen schält sich über die ersten Minuten eine Arbeiterschaft heraus, die uns kurz danach recht aufgebracht im Sprechchor ins Geschehen einweist: Deutschland. 1923. Inflation. Alles geht den Bach runter.
Und dann geht es los, das „laufen rennen kaufen hetzen jagen“ – Sascha Hawemann inszeniert mit einer 1A-Besetzung Hans Falladas Tausend-noch-was-Seiten-Roman „Wolf unter Wölfen“ am Schauspiel Hannover und jagt durch Szenen, Personenkonstellationen und Orte, dass einem mitunter der Kopf schwirrt.
nordkurve #9: glauben sie mir, dass ich geboren wurde?
Da stolpert ein Seemann in ein Büro, wird mehr oder weniger freundlich bezüglich seiner Angelegenheiten befragt, so lang, bis sich herausstellt, dass er keine Papiere mehr hat. Sein Schiff mitsamt Seesack und Seemannskarte ist ohne ihn abgefahren, seine Identität schippert irgendwo auf den sieben Weltmeeren herum. Was tun? In B. Travens Roman „Das Totenschiff“ von 1926 schlägt sich der zurückgelassene Seemann Gales erst verzweifelt und vergeblich durch bürokratische Instanzen verschiedener Länder, bevor er auf dem einzigen Schiff anheuert, auf dem er, identitätslos wie er ist, noch arbeiten kann – der Yorikke, besagtem Totenschiff eben, das Leute auf- und ausnimmt, die sonst keiner mehr braucht. Clara Weyde bringt diesen Roman nun im Rahmen des START-OFF-Wettbewerbs am Hamburger LICHTHOF-Theater auf die Bühne.