theaterherbst leipzig zwosechzehn – part two

Weiter geht es mit dem Herbstvorguck – den Platzhirsch Stadttheater haben wir schon – jetzt schauen wir, was die anderen so machen und treffen auf Freud’sche (Fehl)?)-Puppen, Paradiessucher und altjunge Geburtstagskinder.

Der kleine Prinz © Theater der jungen Welt Leipzig

Der kleine Prinz © Theater der jungen Welt Leipzig

Junge Alte: Das Theater der jungen Welt feiert den 70. Geburtstag. Die Jubiläums-Spielzeit eröffnet hat am Samstag ein bezaubernder kleiner Prinz für die Theatergänger 5+, weiter geht es mit einem 14+-Stück: Zwei Teenager, die sich unter anderen Umstände vielleicht zum Kino verabredet hätten, treffen zwischen den Fronten in einem vom Bürgerkrieg zerissenen Land aufeinander. Angesichts der Tatsache, dass jedes 10. Kind in bewaffneten Konflikten aufwächst und viele davon auf der Flucht sind, ein brandaktuelles Thema.

Und dann verspricht die Aufbruch, Abbruch, Umbruch-Lindenau-Revue von Tatjana Rese mit Live-Band, Hipstern, Ecken, Kanten, Hinterhöfen, Größenwahn und viel Liebe zum Leipziger Westen eine ordentliche Portion Rock’n’Roll. Wir gratulieren schon mal herzlich zum 70.!

» Der kleine Prinz
Nächste Nachmittagsvorstellung am 24. September
» Zwei im Dunkeln
Premiere am 18. September, Kleine Bühne, 14+
» Abgefahren in Leipzig-West
Premiere am 24. September, 15+, Großer Saal


Am kommenden Mittwoch tanzen im Westflügel die Puppen. Oder, wie es die Ankündigung formuliert, wagen ES, ICH und ÜBERICH ein tragi-komisches Tänzchen. In ihrer dritten gemeinsamen Produktion begeben sich Wilde & Vogel und Christoph Bochdansky auf in einem theatralen Roadtrip auf die Suche nach der Faszination des Genies.

Die Empfindsamkeit der Giganten © Michael Vogel

Die Empfindsamkeit der Giganten © Michael Vogel

Es treten auf (voraussichtlich): Leonardo himself, Dr. Freud und seine Zigarre, ein Geier (oder doch ein Milan?), Bachs Kinderklavier, die Psychoanalyse und die Mona Lisa. Vorlage für den Abend ist Freuds Bändchen Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci (von dem der Autor sagte, es sei die einzig hübsche Sache, die er je schrieb). Als Entwicklungshelfer fungierte niemand geringeres als der Begründer des Objekttheaters, Gyula Molnár.

» Die Empfindsamkeit der Giganten
Premiere am 15. September, Westfügel


An den Cammerspielen sucht man derweil nach dem Strand unter dem Asphalt und – allen realen Zuständen zum Trotz – nach dem Paradies: unter den Bühnenbrettern, zwischen Bühne und Zuschauerraum. Zwischen den Stühlen, zwischen den Zeiten. Und zwischen den Zeilen bestimmt auch.

Wie bitte, schmeckt das Paradies? © Anne Schaedel

Wie bitte, schmeckt das Paradies? © Anne Schaedel

Another day in paradise ist das Spielzeitmotto und losgesucht wird am 5. Oktober mit der begehbaren Spielzeitvorschau One night in paradise. Bei der ersten Premiere der Saison erwartet die Zuschauer dann ein humorvolles Hörspiel-Theater und eine bissige Satire auf das Fantasy-Genre (Wir hätten ja dem Namen nach eher auf Trash-TV getippt ;):

» Hol mich hier raus, ich bin ein Stern
Premiere am 12. Oktober, Cammerspiele