Schauspiel Leipzig | 2020/21

der theaterherbst kommt!

Mit Abstandsregeln, Mundschutztragen bis zum Platz, nur 108 Zuschauern im großen Saal und Stücken möglichst ohne Pause - das Schauspiel plant unter den gegebenen Hygienevorschriften und mit sechs 'frischen' Ensemblemitgliedern die neue Spielzeit. Der Probenbetrieb hat schon wieder begonnen.

Während am Haus unter anderem Philipp Preuss für Beach House (von Dorian Brunz, Gewinner des Stückewettbewerbs der Autorentheatertage 2020, Premiere im Herbst) probt und Markus Bothe und Team die Arbeit an Medea wieder aufgenommen haben, lädt das Führungsteam zur Spielzeitvorstellung – im dünnbesetzten Rangfoyer und auf der Videoplattform Zoom.

Keiner weiß so recht, was kommt und dennoch wurden natürlich in den letzten Wochen Premierenpläne geschmiedet und Wiederaufnahmen auf ihre Machbarkeit zu Corona-Bedingungen abgeklopft. Herausgekommen ist ein durchaus ambitioniertes Programm – so öffnet sich die Große Bühne für frisch klingende Ideen und junge Regisseurinnen: u.a. für Anke Stellings Erfolgsroman Schäfchen im Trockenen (Thirza Bruncken), für einen Abend zwischen Schauspiel und Musiktheater, La Boheme und Leipzig Ost (Anna-Sophie Mahler) und gen Spielzeitende gar für ein Posthumanes Ritual (The Shape of Trouble to Come, eine Koproduktion mit FARN: das Team, das in Bochum Herrndorfs Bilder deiner großen Liebe besorgt hat und damit auch in Leipzig auf Gastspiel war). Aber auch bleiben auch viele Fragezeichen – die gefühlt vor allem noch hinter der Arbeit in der kleinen Spielstätte und den Wiederaufnahmen stehen und nicht zuletzt auch hinter der Frage, wie es sich denn anfühlen wird, das kontaktreduzierte Theater vor und auf der Bühne.

Eröffnen wird die Spielzeit Enrico Lübbe mit Die Winterreise am 25. September, danach sollen acht Premieren auf der großen Bühne, sechs in der Diskothek, acht Produktionen in der Residenz und zwei außer Haus (eine in der Kunsthalle und das Sommertheater 2021) folgen.

Besonderer Grund zur Freude ist, dass nach dem Ausflug ins Netz (» k. Ein Internetprojekt) Philipp Preuss und Ensemble weiter an Kafkas Das Schloss arbeiten werden – Ergebnisse sind für den 16. Januar 2021 angekündigt. Mausetot scheint derzeit Tilo Krügels erstes Leipziger Regievorhaben im Kunstkraftwerk, das für diesen Mai geplante Stück Vater, zu sein. Schade.

Neben den bereits Erwähnten arbeiten Nuran David Calis (Baal), Claudia Bauer, Yves Hinrichs (der mit der bewährten Jugendclub-Ensemble-Kombi und Frühlingserwachen die Große Bühne erobert und Katrin Plötner (Frau Ada …) wieder am Haus. Ah, und natürlich Stephan Beer, der als Familienstück Arabella oder die Märchenbraut inszeniert, das allen Ostfernsehguckern in herrlich nostalgischer Erinnerung sein dürfte.

Auch im Ensemble tut sich in der kommenden Saison einiges. Anna Keil, Marie Rathscheck, Felix Axel Preißler und Brian Völkner werden das Haus verlassen. Wir schämen uns an dieser Stelle nicht der Abschiedstränen. Viel Glück und viel Segen, auf all euren Wegen, ihr Lieben! Neu hinzukommen gleich sechs Spieler und Innen, und man kann sagen, es wird jünger und – das soll jetzt nicht despektierlich klingen ;-) – bunter. Paulina Bittner (Absolventin der UTK Berlin), Denis Grafe (Theater Bamberg), Sonja Isemer (freischaffend mit Engagements in Halle, Heilbronn, Rostock, Mannheim und Darmstadt), Patrick Isermeyer (Heilbronn), Eidin Jalali (Ernst Busch Berlin) und Teresa Schergaut (Volksbühne Berlin) werden ab Herbst 2020 in Leipzig auf der Bühne stehen. Und ein taufrisches Schauspielstudio bekommen wir auch. Ein herzliches Willkommen allen Neu-Leipzigern!

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