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ohne trumpf gereizt? robert borgmanns iwanow am schauspiel köln

Im Vorweihnachtstrubel wär‘ es fast untergegangen, aber wir waren nicht nur in Dortmund, sondern auch in Köln im Theater. Hier wie dort ist das Schauspiel ausquartiert in eine Halle an der Peripherie. In Köln heißt das Depot und dort bat Robert Borgmann am 9. Dezember zu einem schier endlosen Tanz um das Nichts.

die bude fällt sowieso bald auseinander – zwischenlese: castorfs solness an der volksbühne

Das Stück wäre durchaus geeignet, um die Bilanz einer mehr als 20jährigen Intendanz zu ziehen. So richtig ernst hat der Regisseur diese Idee aber nicht genommen. Viele der Anspielungen auf die Situation der Volksbühne dürften erst nach der Premiere hinzugekommen zu sein, denn im Mai 2014 ahnte noch niemand, dass die Ära Castorf 2017 endet. Da dem aber wohl so ist … fix nochmal nach Berlin!

ich werde eine oper bauen – clemens meyer an der oper halle

Thomas Pannicke fährt nach Halle und erlebt dort eine Aufbruchstimmung, die ihn an die an den Start des Centraltheaters vor 8 Jahren in Leipzig erinnert. Neue Intendanz, neue Energie, neue Räume, neue Formate. Eines davon erinnert auch sehr ans Centraltheater: Clemens Meyers Stallgespräche. Wie’s gestern dort beim Thema „Oper“ zuging, lest ihr hier:

volksbühnenbesuch: martin wuttke und birgit minichmayr in castorfs „judith“

Eine Castorf-Premiere jagt die andere. In den nachtkritik-Charts steht zwar immer noch Sebastian Hartmanns „Berlin-Alexanderplatz“ auf Platz eins, nun aber dicht gefolgt von Castorfs neuester Tat an der Volksbühne: „Die Kabale der Scheinheiligen. Das Leben des Herrn Moliere“. Doch reihesiebenmitte kann leider nicht bei jeder Premiere dabei sein und muss nun erst einmal eine Betrachtung zur vorletzten Castorf-Produktion an der Volksbühne nachholen.

Zu Jahresbeginn hatte „Judith“ Premiere, ein Drama aus dem 19. Jahrhundert von Friedrich Hebbel und damit schon etwas Besonderes für den in letzter Zeit vor allem auf Romanvorlagen spezialisierten Regisseur. Die Kritiken waren im Januar sehr widersprüchlich. Während man zum einen lesen konnte, diesmal hätte Castorf zur Pause Schluss machen sollen, schrieben andere, dass man in der zweiten Hälfte für das Ertragen der ersten belohnt worden wäre. Da bleibt dem Theaterfreund nichts anderes übrig, als selbst nach Berlin zu fahren, um sich ein eigenes Urteil bilden zu können.

berlin alexanderplatz – hartmanns biberkopf-bilderbogen am dt

Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“ gehört zu den bedeutenden Großstadtromanen der zwanziger Jahre, die damals revolutionär waren und bis heute ihre Leser begeistern können. Aber nicht nur die Leser – für Theaterfreunde gab es schon wiederholt Gelegenheit, die „Geschichte vom Franz Biberkopf“ auch auf der Bühne zu erleben. Seit letzter Woche hat nun auch das Deutsche Theater, nur zwei S-Bahn-Stationen vom Alexanderplatz entfernt, eine Bühnenfassung des Romans im Repertoire, Regie und Bühne: Sebastian Hartmann.