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preuss’sche wahnverstrickung auf dem grünen hügel

Sommer? Schon, aber trotzdem nur noch drei Tage bis zur Premiere. Und nicht zu irgendeiner! Am kommenden Dienstag gibt es die allererste Sprechtheater-Inszenierung ever in der Geschichte der Bayreuther Festspiele: Dann kommt Siegfried, ein Text von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel über den Wagner-Sohn und langjährigen Festspielleiter, zur Uraufführung. Regie führt der Leipziger Hausregisseur Philipp Preuss. Wie ist es denn dazu gekommen?

der teufel prüft uns alle …
den cammerspielen gelingt ein furioser sommertheater-aufschlag

Als der heftige Gewitterregenguss die Vorstellung in der Galerie KUB 20 Minuten vor Schluss dann doch noch unterbricht, scheint das nur die nächste in der endlosen Reihe von Prüfungen, die der Teufel für Pfarrer Ivan bereithält. In Adams Äpfel, dem Kultfilm von Anders Thomas Jensen, versucht jener, durch konsequente Leugnung aller Schicksalsschläge eine Truppe belehrungsresistenter Straftäter zu resozialisieren. Und nicht zuletzt sich selbst zu retten. Aber der Reihe nach …

alles auf adam – die cammerspiele proben fürs sommertheater

Es ist ziemlich warm unterm Dach auf der Cammerspiele-Bühne an diesem Dienstagabend. Aber auch ohne Sommerhitze stimmt die Betriebstemperatur. Es proben ein Baum, ein Herd und sieben Spieler für die diesjährige Sommertheater-Produktion „Adams Äpfel“, die am 17. Juli 2019 – wie gewohnt in der Galerie KUB – Premiere feiert. Wir dürfen zugucken.

dann wollen wir erstmal einen plan machen – in hawemanns väter und söhne sucht die alte welt nach ihrem verlorenen ort

Auf dem bühnenbreiten Podest im Hintergrund sitzen die Spieler vor gestapelten Koffern wie in der Wartehalle des Lebens. Vorn bringt der alte Diener die Lichterketten links und rechts vom Bühnenportal ein letztes Mal zum Leuchten. Den Rest der Bühne taucht da schon die neue Zeit in grelles Licht, die die heimkehrenden Söhne in die Welt der Väter mitbringen.

waschhausratten und schweigefüchse – alex eisenachs letzter aufschlag in hannover

„Das ist kein Zufall, das ist gut gebaut“, heißt es in einer Szene, an der ein Requisit genau an der Stelle und in dem Moment auftaucht, wo es gebraucht wird. Genauso verhält es sich mit dem ganzen Abend: unglaublich klug verwebt er seinen Schiller mit Hauptmann und Heiner Müller zu einer deutschen Tragödie und lässt Gedanken, Bilder, Erkenntnisse und Fragen auf den Punkt genau an den richtigen Stellen aufblitzen. Er wechselt so behände Zeiten und Räume, dass es einen schwindelt. Und Sprachen, auch wenn es sich dabei immer um Deutsch handelt.