… wiederholt Andreas Keller gleich mehrfach in einer Szene als Claudius, und leider geht es uns ebenso. Leipzig hat die Schauspielzeit eröffnet: Mit einem Hamlet, der zwar nicht so brav und farblos daherkommt, wie die Klassikerinszenierungen der letzten Saison, aber ärgerlich unschlüssig geraten ist und sein Publikum erst im Video-Nachklapp unsanft wieder aufweckt.
„ich mag ihn nicht, diesen hamlet“
hin und weg – der atlas der abgelegenen inseln in hannover
„Ein mehrstimmiges Hörstück auf drei Stockwerken für vier Schauspieler und ebensoviele Musiker eingerichtet von Thom Luz“ steht über dem Abend in der Cumberland’schen Galerie. Zu erleben ist ein sehr stimmiges Zusammenspiel von Raum, Klang, Musik und Spiel. Die Kritikerin empfiehlt, in der mittleren Etage Platz zu nehmen.
die kultur könnt ihr euch in die haare schmieren! alex eisenach macht frankfurt den fauser
Lange Zeit kannte ich von Frankfurt am Main nur den Bahnhof als Ort des Umsteigens. Doch die zu Ende gehende Spielzeit hat uns Centraltheaterfreunden diverse Gelegenheiten geboten, zu Theatern außerhalb Leipzigs zu reisen, und so kenne ich nun auch den Weg vom Frankfurter Hauptbahnhof zum dortigen Theater. Der führt an einigen Kneipen vorbei, die man aus Jörg Fausers Roman Rohstoff zu kennen glaubt. Und Jörg Fauser war auch der Anlaß für einen Frankfurt-Besuch am vergangenen Wochenende, aber der Reihe nach.
kurzkritik: alles so schön bunt im urwald!
Der Dschungel ist grün und bei Dschungelbuch setzt im Ohre sofort „Probiers mal mit …“ ein? Das gilt […]
shrink city. die unmöglichkeit, das leben zu gestalten
Die nächste Uraufführung unterm Dach. Am Donnerstag hatte Jörg Albrechts Überschreibung 1: My love was a ghost. And your love, your love was leaving this rotten town, ein Auftragswerk des Schauspiel Leipzig, Premiere. In der dunklen Diskothek erwartet den Zuschauer ein futuristisch anmutender Kasten – eine kahle Büroetage in den oberen Stockwerken eines verlassenen Hochhauses? – auf dem Zeilen in Fraktur stehen. Die erste Antinomie eines Abends, der sehr reich an Widersprüchen ist.
verschwendet eure zeit! sebi hartmann verrückt purpurstaub auf der festspielbühne
Die Inszenierung beginnt mit dem Schild im Vorraum, das mit dem Fehlen einer Pause und die Spieldauer von vier Stunden droht und die Zuschauer einlädt, sich zwischenzeitlich doch gern nach Bedarf zu stärken. Nach Krieg und Frieden 2012 fordert Sebastian Hartmann heuer mit O’Caseys hinterhältige Komödie Purpurstaub das Ruhrfestspiel-Publikum heraus.
entweder bin ich irre oder leb, wo träume sind – weimar feiert die shakespearetage
In Weimar tagte die Shakespeare-Gesellschaft im gleich mehrfachen Jubiläumsjahr. Unser Autor Thomas Pannicke – selbst langjähriges Mitglied des Vereins, der sich gerade Schauspieler und Regisseur Kenneth Branagh zum Ehrenpräsidenten bestellte – war dabei und hat unter anderem eine inspirierende Was ihr wollt Inzenierung im Nationaltheater gesehen.
nicht(s) zu ändern – karin henkel verfilmt lars von trier in frankfurt
Die leidende Nicole Kidman zwischen nur mit Kreide auf den Boden gezeichneten Häusern – Lars von Trier hat sich mit Dogville ein Stück weit dem So-tun-als-ob-Kino verweigert und sich Theatermittel bedient. Am Frankfurter Schauspiel bricht Karin Henkel das gleich mehrfach.