die bude fällt sowieso bald auseinander – zwischenlese: castorfs solness an der volksbühne

Das Stück wäre durchaus geeignet, um die Bilanz einer mehr als 20jährigen Intendanz zu ziehen. So richtig ernst hat der Regisseur diese Idee aber nicht genommen. Viele der Anspielungen auf die Situation der Volksbühne dürften erst nach der Premiere hinzugekommen zu sein, denn im Mai 2014 ahnte noch niemand, dass die Ära Castorf 2017 endet. Da dem aber wohl so ist … fix nochmal nach Berlin!

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die kabale der scheinheiligen. das leben des herrn moliere an der volksbühne

Im September beginnt an der Berliner Volksbühne die 25. und zugleich letzte Spielzeit der Intendanz von Frank Castorf. Es gibt wohl nur wenige Intendanten, die ein Theater so lange geleitet haben (der Leipziger Karl Kayser gehört übrigens dazu). Der bevorstehende Wechsel an der Volksbühne hat vielerorts zu Unruhe geführt, auch an der Volksbühne selbst, wo große Teile der Belegschaft nach dem ersten Zusammentreffen mit dem kommenden Intendanten Chris Dercon einen offenen Brief geschrieben haben. Natürlich weiß niemand, was Dercon bringen wird, aber Zweifel sollten erlaubt sein, ob es für den Kulturstaatssekretär Tim Renner dereinst ein Ruhmesblatt sein wird, die Ära Castorf beendet zu haben.

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volksbühnenbesuch: martin wuttke und birgit minichmayr in castorfs „judith“

Eine Castorf-Premiere jagt die andere. In den nachtkritik-Charts steht zwar immer noch Sebastian Hartmanns „Berlin-Alexanderplatz“ auf Platz eins, nun aber dicht gefolgt von Castorfs neuester Tat an der Volksbühne: „Die Kabale der Scheinheiligen. Das Leben des Herrn Moliere“. Doch reihesiebenmitte kann leider nicht bei jeder Premiere dabei sein und muss nun erst einmal eine Betrachtung zur vorletzten Castorf-Produktion an der Volksbühne nachholen.

Zu Jahresbeginn hatte „Judith“ Premiere, ein Drama aus dem 19. Jahrhundert von Friedrich Hebbel und damit schon etwas Besonderes für den in letzter Zeit vor allem auf Romanvorlagen spezialisierten Regisseur. Die Kritiken waren im Januar sehr widersprüchlich. Während man zum einen lesen konnte, diesmal hätte Castorf zur Pause Schluss machen sollen, schrieben andere, dass man in der zweiten Hälfte für das Ertragen der ersten belohnt worden wäre. Da bleibt dem Theaterfreund nichts anderes übrig, als selbst nach Berlin zu fahren, um sich ein eigenes Urteil bilden zu können.

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